Bauernschlacht jährt sich Aidenbacher gedenken der Getöteten

Gedenken an die Getöteten der Bauernschlacht. Foto: Andreas Reichelt

Am 8. Januar 1706 wurden in Aidenbach tausende Bauernkämpfer von kaiserlich-österreichischen Truppen niedergemetzelt. Jedes Jahr wird dieser "Bauernschlacht" in einem Fackelzug zum Denkmal am Handlberg gedacht. Am vergangenen Samstag konnte die Veranstaltung coronabedingt nur im kleinsten Kreise stattfinden.

Es war ein spontaner Entschluss: Trotz Absage wollten die Vorstandsmitglieder des Kultur- und Festspielvereins Aidenbach die Gelegenheit zum Gedenken an die 4.000 Getöteten nicht verstreichen lassen. Also verabredeten sie sich im engsten Kreis mit weniger als zehn Teilnehmern am Schulhaus. Dort sind die Requisiten des Freilichtspiels untergebracht. Traditionell findet der Fackelzug nämlich in Gewandung von Bauernkämpfern, Soldaten und Bauersfrauen statt. Der diesjährige Regisseur der geplanten Aufführung Franz Rinberger kostümierte sich als Tod – eine wichtige Figur im Freilichtspiel.

Nachdem sich alle umgezogen hatten, ging es zunächst Richtung Marktplatz, um von dort aus den Marsch zum Denkmal am Handlberg anzutreten. Auch Bürgermeister Karl Obermeier stieß zu der kleinen, coronakonformen Gruppe. Entlang des Feldwegs waren Kerzen aufgestellt.

Bedeutsamkeit der Ereignisse

Am Denkmal selbst hielt Karl Obermeier dann eine kleine Ansprache. "Gott sei Dank dürfen wir in unserer Generation in Frieden leben", sagte er. "Wir brauchen, wir wollen keine Kriege mehr." Ein Faktor, der das Freilichtspiel so wichtig werden lässt.

Nicole Plattner, Vorsitzende des Kultur- und Festspielvereins, weiß um diese Bedeutsamkeit: "Das war eine sehr schlimme Zeit. Ein Massaker", sagt sie im Interview. Man müsse auch in Niederbayern die Geschichte nach außen tragen und den Kindern davon erzählen.

Und so waren die einzelnen Teilnehmer am Denkmal still. Sie ließen die Geschehnisse vor mehr als 300 Jahren auf sich wirken. Und schienen zutiefst ergriffen.

Aufführung 2022

In diesem Jahr soll die Aufführung des Freilichtspiels wieder stattfinden. Im letzten Jahr hatte man sie wegen der Pandemie verschieben müssen. 

Lesen Sie dazu auch den Artikel "Aidenbach engagiert sich für Kultur: Bauernschlacht-Festspiel bald Kulturerbe?"

Neuer Regisseur ist Franz Rinberger. Am Stück will er nur kleinste Veränderungen vornehmen. "Wichtig ist, dass die Schauspieltruppe zusammenwächst", wie er sagt. Mit einer gewissen Sorge betrachtet man den derzeitigen Verlauf der Pandemie: Die Spielzeit soll nicht ein weiteres Mal verschoben werden.

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