Bandportrait Mehr als eine leichte Brise - Die Band Levanter

Markus, Basti, Melanie und Paul (von links) beim Release-Konzert zu ihrer EP „Salt to the Sea“. Der Auftritt war Auftakt ihrer Tour durch Deutschland. Foto: David Voltz

Aus dem warmen Wind wird ein Sturm: Die Regensburger Band „Levanter“ startet gerade richtig durch. Erste Platte, Tour durch Deutschland. Was kommt als nächstes? Wir haben die vier Musiker getroffen.

Levanter – das sind neben Bastian Gleich (Gesang und Gitarre) und Paul Zeitzler (Schlagzeug) auch Markus Hiltl (Gitarre) und Melanie Streitmatter (Bass). Die Vier haben sich vor gut einem Jahr am Music College in Regensburg kennengelernt. Als Basti und Paul an die Musikschule kamen, kannten sie sich bereits aus einem alten Bandprojekt, das sich zu dieser Zeit aufgelöst hat. „Wir wollten ein neues Projekt starten, weiter zusammen Musik machen“, erzählt Basti. Ihre Band sollte allerdings nicht nur zweiköpfig sein, deshalb machten sie sich auf die Suche nach Mitgliedern für eine zweite Gitarre und Bass. Melanie und Markus stießen dazu. „Und seit sie sich an der Miete für den Probenraum beteiligen, sind sie fest dabei und kommen da nicht mehr raus“, sagt Basti und lacht.
 

Ein Gefühlsding 

Ein Bandname musste her: „Levanter“ ist eine Abwandlung von Levante. So heißt ein warmer Ostwind, der typisch für Spanien ist. „Mit dem Wind haben wir aber keine enge Verbindung, vielmehr hat uns das Wort gefallen“, erklärt Paul. „Aber er passt einfach zu uns. Das ist so ein Gefühlsding“, ergänzt Melanie. Vielleicht ist es das Gefühl einer sanften, sommerlichen Brise? Diese Wärme spürt man zumindest deutlich, wenn man den Liedern der ersten EP der Band „Salt to the Sea“ lauscht. Und das obwohl Musiktitel wie „Cold“ oder „Snowflake“ eine gewisse Kälte ankündigen.
 

Vorbilder wie „Kings of Leon“

Musikalisch orientieren sich „Levanter“ an Größen wie „Kings of Leon“. Ihre Einflüsse sind klar erkennbar. „Vor allem ihre Musik vor ihrem Durchbruch inspiriert uns“, sagt Basti. Weitere Vorbilder sind „Foals“, „The Strokes“, „The Killers“, der Singer-Songwriter Ben Howard oder „Arcade Fire“. Letztere vor allem wegen ihrer Live-Shows. „Sie haben für Konzerte immer kreative Konzepte. Die machen da eine richtige Theatershow draus“, schwärmt der Sänger. Alle genannten Künstler gehen in Richtung Rock und Indie-Rock, eine Richtung, die auch „Levanter“ einschlägt.
Diese Einflüsse verarbeiten die vier Musiker auch in ihrer ersten Platte. Seit Juli 2017 haben alle so viel Zeit wie nur möglich in „Salt to the Sea“ investiert. „Viele der Songs haben eine krasse Entwicklung hingelegt. Wir haben sie vorher schon oft live gespielt, sie aber nochmal überarbeitet. Teilweise haben wir die Lieder danach gar nicht mehr erkannt“, erzählt Melanie. Nach dem Feinschliff ging es ins Studio. „Da haben wir endlich gemerkt, wie fett die Songs eigentlich werden“, sagt Markus. Insgesamt folgen die Tracks von „Salt to the Sea“ keinem Konzept. Es sind persönliche Geschichten, die die Lieder erzählen, Geschichten vom Erwachsenwerden, von der Suche nach sich selbst oder von gescheiterten Beziehungen. Ehrliche Musik eben.
Finanziert haben sich die jungen Musiker ihren Traum von der ersten eigenen CD übrigens per Crowdfunding. „Wir sind alle pleite. Wir hätten uns das nicht leisten können“, gibt Markus zu. 4 000 Euro war das Ziel ihrer Spendenaktion, erreicht haben sie 5 200 Euro und damit die Möglichkeit, ihre Platte im Mai zu veröffentlichen. Fans, die sie unterstützen wollten, konnten die EP vorbestellen, Bandshirts anfordern oder ein Ticket für das Release-Konzert kaufen. Sie konnten sich „Levanter“ aber auch zum Frühjahrsputz nach Hause holen, von ihnen Kochen lernen oder sie für ein Konzert im eigenen Wohnzimmer buchen. Vor allem die Wohnzimmerkonzerte waren eine besondere Erfahrung. „Du bist da mittendrin in einem fremden Haushalt, sitzt fast Gesicht an Gesicht bei den Leuten. Das ist eine ganz andere Nähe als bei Konzerten auf Bühnen“, erklärt Paul.

Tour durch Deutschland

Auch gut zwei Monate nach dem EP-Release ist bei der Regensburger Band keine Ruhe eingekehrt. Sie haben in Mai und Juni viele Bühnen Deutschlands unsicher gemacht, ihre Musik nach München, Berlin oder Hamburg gebracht. So stürmisch soll es auch weitergehen. Basti, Paul, Markus und Melanie wollen möglichst oft live spielen. Sie arbeiten aber auch schon wieder an neuen Songs. „Es soll auf jeden Fall wieder ins Studio gehen, wir wissen aber noch nicht wann“, sagt Basti. Auch, ob es mit einem Label weitergeht, steht noch nicht fest. In einem sind sich die Bandmitglieder aber einig: „Jetzt zählen erst mal EP und Tour, alles andere ergibt sich.“

 
 

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