Bairisch, fränkisch und schwäbisch Neue Mundart-Datenbank für Bayern vorgestellt

Dass man sich in Bayern gerne mit "Grüß Gott" begrüßt, ist auch den meisten "Breissn" noch ein Begriff – aber die bairischen Dialekte bieten noch deutlich exotischere Niederungen. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel/dpa

"Aufbrezelt" dürften auch Nicht-Bayern noch kennen, bei "dalket" oder "Schelfe" wird es schwieriger. Um Abhilfe zu schaffen, hat die Bayerische Akademie der Wissenschaften eine neue Online-Datenbank vorgestellt, in der sich die Bedeutung bairischer, fränkischer und schwäbischer Begriffe recherchieren lassen.

"Bayerns Dialekte Online" (BDO) vereint dabei das Bayerische Wörterbuch, das Fränkische Wörterbuch und das Dialektologische Informationssystems von Bayerisch-Schwaben und ist das Ergebnis der Mundartforschung an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Das Online-Tool richtet sich neben der Wissenschaft auch gezielt an das sprachinteressierte Laienpublikum. "Die BDO zeigt den Reichtum der Dialekte Bayerns im Verbund. Erst durch diese Gesamtschau wird deutlich, wie eng Bairisch, Schwäbisch und Fränkisch miteinander verwoben sind", sagt Mechthild Habermann, Professorin für Germanistische Sprachwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und Projektleiterin des Fränkischen Wörterbuches.

Die Möglichkeit, die Bedeutungsvielfalt und regionale Verbreitung von Mundart zu entdecken, betont auch Anthony Rowley, Projektleiter des Bayerischen Wörterbuches: "Mit der neuen Datenbank wird man den Dialektwortschatz Altbayerns, Frankens und Schwabens nebeneinanderstellen und vergleichen können."

Ziel der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist es, sämtliche "Mundartperlen", und somit den Wortschatz aller Dialekte Bayerns "von Aschaffenburg bis Berchtesgaden, von Nördlingen bis Passau, von Lindau bis Hof" an einem Ort zu sammeln und greifbar zu machen. So können auch Menschen, deren Muttersprache nicht fränkisch ist, Perlen wie "dalket" (ungeschickt, unbeholfen) oder "Schelfe" (Schale) verstehen und regionale Unterschiede in der Nutzung erkennen.

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