Bahn-Streik beginnt Lokführer lassen ab heute Güterzüge stehen

Ein rotes Signal leuchtet am Berliner Hauptbahnhof. Die GDL wil zum weiteren Vorgehen im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn informieren. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa

Ohne Züge kommt keine Kohle ins Stahlwerk und kein großer Autotransport zum Hafen: Der Bahnstreik in der Cargo-Sparte trifft einige Branchen empfindlich.

Begleitet von Kritik aus der Wirtschaft beginnt heute um 17 Uhr ein weiterer Streik im Güterverkehr der Deutschen Bahn. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder aufgerufen, die Züge bis in die Nacht zu Mittwoch stehen zu lassen.

Im Personenverkehr wird vom frühen Montagmorgen bis zum frühen Mittwochmorgen gestreikt. Wirtschaftsverbände kritisierten die Arbeitskampfaktion der Gewerkschaft im Güterverkehr. "Die deutsche Wirtschaft versucht gerade erst, nach der Corona-Pandemie Fuß zu fassen", teilte etwa die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) mit und rief die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Besonders auf die Güterbahn angewiesen sind etwa die Chemie- und Stahlindustrie, aber auch die Autobranche.

Die Deutsche Bahn hat 2020 rund 43 Prozent aller Güter auf der Schiene transportiert, das übrige Geschäft übernahmen Konkurrenten. Sie sind vom Streik nicht betroffen. Beim ersten Streik dieser Tarifrunde in der vergangenen Woche kamen ihre Züge sogar etwas schneller durch, wie das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen bilanzierte. Die Gefahr, dass Lieferketten reißen, sieht der Verband erst bei einer längeren Streikwelle.

Der GDL geht es unter anderem um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Sie fordert Lohnerhöhungen von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern hinnehmen. Holt sie mehr raus als die EVG, kann die GDL bei den Beschäftigten auch im Konkurrenzkampf der beiden Gewerkschaften punkten.

3,2 Prozent, aber erst später

Die Deutsche Bahn bietet der GDL zwar 3,2 Prozent an, die Erhöhung soll demnach jedoch später greifen als von der Gewerkschaft gefordert. Der Konflikt ist festgefahren. Eine Schlichtung lehnt die Gewerkschaft ab. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums teilte am Freitagnachmittag mit: "Dass die Frage der Schlichtung mehr denn je im Raum steht, ist offensichtlich."

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