Ob unter den 1100 Preisen der großen Tombola beim Bäckerball am Samstag in der Fraunhofer-Halle ein Päckchen mit wertvollem Safran zu finden war, ist nicht genau belegt. Aber auch alle anderen Preise rund um die wundervollen Schautorten begeisterten die 1500 Besucher. Und mal ganz ehrlich - in den vielen schönen gelben Kuchen war bestimmt auch Safran mit drin.

65 Jahre Bäckerball in Folge - rechnet man zurück, dann war der erste Ball schon 1948, also in einer Zeit, wo sich die Leute noch nicht so dem Tanzvergnügen widmen konnten. Aber der Ball hat sich prächtig entwickelt. Am Samstagabend begrüßte Helmut Wagner der engagierte Vorsitzende des Fachvereins der Bäcker und Konditoren in Straubing herzerfrischend kurz neben viel Fachprominenz wie Studiendirektor Peter Sagstetter von der Berufsschule auch die politische Prominenz mit Oberbürgermeister Markus Pannermayr, der ebenso wie Landrat Alfred Reisinger auf die Begleitung der erkrankten Dame verzichten musste. Kreishandwerksmeister Armin Stöckel war in Begleitung erschienen und auch Innungsobermeister Max Artmeier war in reizender Begleitung zum Ball gekommen genauso wie Johann Bründl von der BÄKO. Die Damen und Herren, die ansonsten viel Weiß in ihrer Berufskleidung tragen, erschienen zum Bäcker- und Konditorenball 2013 in feinen Abendkleidern von schwarz über rot bis Brokat und blau bei den Damen und bei den Herren dominierte bei "Straubings süßester Versuchung" eher der schwarze oder dunkelgraue Abendanzug. Zwei bezaubernde junge Damen, Regina Kammermeier und Sabrina Fischhold, die Prüfungsbesten aus Niederbayern hatten sich auf Einladung des Fachvereins unter ein Publikum gemischt, das mit einer guten Mischung aus Alt und Jung aufwartete.


Zu einem Wiener Walzer eröffneten Helmut Wagner, Max Artmeier Johann Bründl und Peter Sagstetter mit ihren Damen den Ball. Viele Ballbesucher taten es ihnen gleich und so war die Tanzfläche von Anfang an gut besucht. Erstmalig gastierte die Reinhardt Reissner Big Band, die mit ihren Musikern und einer überzeugenden Sängerin im Big Band Sound dafür sorgten, dass die Tanzfläche nur in den Pausen für kurze Zeit verwaist war. Musik aus den Charts, Walzermelodien und viele Oldies erlaubten auch mal einen Slowfox, einen Cha-Cha-Cha, einen Tango oder gar eine Samba. Und wer es lieber mit den bajuwarischen Klangkünsten von Tuba, Tenorhorn, Posaune und Klarinette hielt und gerne einen Niederbayerischen Landler oder eine Sternpolka tanzt, der fühlte sich im Foyer bei den "G'steckenrieblern" aus Wiesenfelden bestens aufgehoben. Eine Dame und acht Herren vertreten hier eine bodenständige Musikkultur, die bereits eine sehr große Fangemeinde hat.

Was aber zeichnet einen Bäcker- und Konditorenball erst richtig aus? Es sind die vielen süßen Überraschungen, die sich in den Tombolapreisen verbergen. Die Kalorienzähler hatten an diesem Ballabend mal keinen Zutritt. Für die Lose nahm das Publikum auch gerne Schlange stehen in Kauf und wer gewonnen hatte, durfte wieder in der Schlange stehen um voller Stolz Torten, Kuchen, Fladen, Brot oder gar einen Sack Mehl sein eigen nennen zu dürfen.

Statt einer Aufmerksamkeit für die Damen übergibt der Fachverein alljährlich den Betrag von 500 Euro an eine caritative Einrichtung. Heuer durfte sich die Leiterin Natalie Koller über diese Spende für das Kreiskinderhaus freuen.

Und die Schautorten heißen eben so, weil den ganzen Abend über, die Ballbesucher davor stehen und sie staunend ob der Kreativität der Bäcker und Konditoren anschauen. Alle Torten fanden am Ende einen glücklichen Genießer. Bei dem relativ kleinen Fachverein helfen noch alle mit, wenn es darum geht, den Bäcker- und Konditorenball zu organisieren und Aufgaben zu übernehmen. Und da wieder alles bestens organisiert war, hatten die Ballgäste, egal ob im Saal, im Foyer oder auf der Galerie bis weit nach Mitternacht viel Freude beim 65. Niederbayerischen Bäcker- und Konditorenball, der sich keineswegs anschickt, in Rente zu gehen, denn am 1. März 2014 findet der 66. Bäckerball statt.

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