B11-Tunnel aktuell gesperrt Deggendorfer Feuerwehr nutzt Gelegenheit für Tunnelbrand-Übung

Vorbereitung für den Löschangriff: Mit sechs Atemschutzträgern rückte der erste Angriffstrupp in den Tunnel vor und koppelten den Schlauch mit der neuen Löschwasserleitung. Foto: Süß/Staatliches Bauamt Passau

Einsätze in Tunneln stellen für die Feuerwehr eine besondere Herausforderung dar. Die Feuerwehr Deggendorf hat die aktuelle Sperrung des B11-Tunnels genutzt, um sich bei einer Übung mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.  Vor allem sollten sich die Einsatzkräfte dabei laut einer Pressemitteilung der Deggendorfer Feuerwehr den Umgang mit der neuen Löschwasserleitung trainieren, die im Herbst 2020 installiert wurde.

Dichter weißer Qualm versperrt die Sicht im Deggendorfer Nordtunnel. Genau in der Mitte der 480 Meter langen Tunnelröhre liegt ein Auto auf der Seite, eine verletzte Person ist darin eingeklemmt. Laut Alarmmeldung ist zudem an zwei Stellen Feuer ausgebrochen. Auf der freien Strecke ist so ein Einsatzszenario für die Feuerwehr kein Problem, im Tunnel jedoch gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten.

„In einen Tunnel, in dem es brennt, fährt kein Einsatzfahrzeug rein“, sagt Richard Schaaf. Er ist Tunnelsicherheitsbeauftragter des Staatlichen Bauamts Regensburg und für die Tunnel in Süd- und Südostbayern zuständig. In dieser Funktion überwacht er die Feuerwehrübung am Montagabend in Deggendorf. Es wird schnell klar, dass die Technik im Tunnel funktioniert wie vorgesehen: Die Schranken schließen sich, das orangefarbene Blinklicht an der Tunneleinfahrt schaltet auf rot, die Notbeleuchtung geht an. Unüberhörbar wird per Lautsprecherdurchsage gewarnt: „Achtung! Feuer im Tunnel! Grüne Notausgänge benutzen! Verlassen Sie den Tunnel!“

Um 19.22 Uhr "passiert" der Übungs-Unfall im Tunnel, um 19.32 Uhr ist die Feuerwehr Deggendorf da. Einsatzleiter Christian Vogl schickt zunächst sechs Mann mit Atemschutzausrüstung in den Tunnel, während die übrige Mannschaft die Schläuche an die neue Löschwasserleitung anschließt. Für die sechsköpfige "Vorhut" ist der Weg zum Einsatzort anstrengend: Sie müssen Schläuche und Rettungsausrüstung tragen, statt wie sonst mit einem Feuerwehrauto vorzufahren. Für angemessen schlechte Sicht sorgt Stadtbrandmeister Bernd App, der mit der Nebelmaschine die Tunnelröhre verraucht.

"Gründliche Absuche ist entscheidend"

Die Atemschutzträger rücken vor bis zum Unfallauto und machen sich gleich daran, die eingeklemmte Person – natürlich dargestellt durch einen Dummy – zu befreien. Die Löschaktion funktioniert problemlos, die Wasserversorgung ist dank Löschwasserleitung sichergestellt. Auch am zweiten Brandort wird schnell gelöscht, währenddessen suchen weitere Feuerwehrleute mit Atemschutzausrüstung den Tunnel und die Fluchttreppenhaus nach weiteren Personen ab. Ein Punkt, der dem Tunnelsicherheitsbeauftragten Richard Schaaf besonders wichtig ist, denn: „Manchmal verstecken sich die Menschen in Panik in Nischen, im Fluchttreppenhaus oder auch im Auto. Eine gründliche Absuche ist da entscheidend.“ Schließlich gibt's Entwarnung: „Feuer aus“ lautet das befreiende Kommando und die Feuerwehrleute machen sich ans Aufräumen.

Insgesamt waren etwa 35 Einsatzkräfte zur Übung angerückt. Einsatzleiter Christian Vogl und Stadtbrandinspektor Tim Rothenwöhrer zogen am Ende ein positives Fazit. „Was mir gut gefallen hat war, dass der Angriffstrupp gleich mit sechs Mann losgegangen ist“, lobte Stadtbrandinspektor Tim Rothenwöhrer das taktische Vorgehen der Einsatzkräfte. Auch die Zusammenarbeit mit der Tunnelleitstelle in Freimann habe gut funktioniert.

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