Auto oder Haus beschädigt Diese Versicherungen zahlen bei Unwetterschäden

Ein heftiges Unwetter fegte am 9. Juni über Landshut hinweg. Dabei wurden auch zahlreiche Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Foto: Tobias Hoffmann

Unwetter, Starkregen und Hochwasser begleiten aktuell den Sommeranfang in Ostbayern. Umso ärgerlicher, wenn das Eigentum durch diese Wetterkapriolen Schaden nimmt. Was tun, wenn der Baum aufs Auto gekracht ist oder der Wohnungskeller vollläuft? Welche Versicherungen helfen da? Harald Peschken, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater, und der Straubinger Versicherungskaufmann Anton Zitzelsberger geben Auskunft.

(Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich hier um einen nach wie vor aktuellen Beitrag aus unserem Archiv, der zuerst im Februar 2020 erschienen ist)

Ab wann spricht man von einem Sturm beziehungsweise einer Überschwemmung? 

Ein Sturm liegt aus Versicherungssicht ab Windstärke acht vor, das entspricht Windgeschwindigkeiten von mehr als 62 Stundenkilometern, erläutert Anton Zitzelsberger. Bei den Regenmengen hingegen gehe es mehr um eine „Definition des Wortes“. Um eine Überschwemmung handelt es sich, wenn ein Gewässer ausufert; bei einer Überflutung infolge Starkregens ist ausschlaggebend, dass der Großteil eines Grundstückes unter Wasser steht und Wasser ins Gebäude eindringt. Ob das nun viel oder wenig Regen ist, spielt laut Zitzelsberger keine Rolle.

Welche Versicherung ist die richtige für Sturm- und Wasserschäden?

Wenn Unwetter Dächer abdecken oder das Auto unter Wasser setzen, gibt es nicht die eine Versicherung, die alles abdeckt. Es gilt: Verschiedene Versicherungen springen bei jeweils anderen Schäden ein. Standardleistungen beinhalten Hausrat-, Gebäude- und Kaskoversicherung, das seien die „Klassiker“, sagt Zitzelsberger. Harald Peschken zufolge sei es außerdem sinnvoll, den Versicherungsschutz der Gebäudeversicherung um Elementarschäden zu erweitern. Denn: „Der Klimawandel macht sich in den Schadenaufwendungen der Versicherer bemerkbar. Seit Jahren nehmen die Zahlen der Sturm- und Strakregenereignisse zu.“

Was decken Hausrat- und Wohngebäudeversicherung ab?

Die Hausratversicherung ist für Mieter und Eigentümer gedacht und versichert Sturmschäden klassischerweise mit, sagt Peschken – also alles, was im Haus oder in der Wohnung beschädigt werden kann. Folgeschäden sind ebenfalls mitversichert, etwa, wenn das Dach abgedeckt wird. Sichtverkleidungen am Balkon stellen eine Ausnahme dar, wenn Mieter sich diese auf eigene Kosten anschaffen. Sie sind laut Zitzelsberger zwar draußen am Gebäude angebracht, zählen aber trotzdem zum Hausrat. Eine Wohngebäudeversicherung sollten Immobilienbesitzer abschließen. Sie zahlt eine finanzielle Entschädigung für Schäden am Gebäude, zum Beispiel durch Feuer, Sturm, Rohrbruch oder Hagel. Tritt Regenwasser durch ein beschädigtes Dach ein, ist dieser Folgeschaden ebenso abgesichert, sagt Zitzelsberger.

Welche zusätzlichen Versicherungen sind nötig?

Peschken weist darauf hin, dass bei Hochwasser und vollgelaufenen Kellern nach Starkregen der Versicherungsschutz nur greift, wenn die Hausrat- und Gebäudeversicherung um Elementarschäden erweitert wurde. „Diese kann in die bereits bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung eingeschlossen werden“, erklärt Zitzelsberger – gleichwohl es Bereiche gebe, die aufgrund ihrer anfälligen Lage einfach „nicht versicherbar“ seien. Zu den inbegriffenen Leistungen der Versicherung gehört das Trockenlegen von Gebäuden, ein Abriss sowie Neubau oder vorübergehender Umzug. Ein Rückstau des Wassers aus der Kanalisation ist nur dann versichert, wenn er auf eine Überflutung zurückzuführen ist und nicht auf einen zu kleinen Kanal, sagt Zitzelsberger.

Was im Schadensfall auf Fahrzeugbesitzer zukommt, lesen Sie auf der nächsten Seite. 

 

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