Auswirkungen des Coronavirus Stadt Landshut sagt mehrere Veranstaltungen ab

Die Auswirkungen des Coronavirus haben auch auf die Landshuter Veranstaltungen Auswirkungen (Symbolbild). Foto: Felix Kästle/dpa

In Folge der entsprechenden Beschlüsse der bayerischen Staatsregierung vom gestrigen Dienstag werden auch in der Stadt Landshut in den kommenden Wochen zahlreiche Veranstaltungen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Corona-Virus nicht stattfinden können. Das gilt unter anderem für die Umweltmesse, das Starkbierfest sowie die Vorstellungen des Landestheaters Niederbayern im Theaterzelt.

Die bayerische Staatsregierung hat am Dienstag per Kabinettsbeschluss zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern im Freistaat untersagt. Die Anordnung gilt zunächst bis einschließlich Sonntag, 19. April, und wird natürlich von der Stadt Landshut konsequent umgesetzt. Damit steht fest: Sowohl das vom 25. bis zum 29. März geplante Starkbierfest als auch die Umweltmesse, die für das Wochenende vom 20. bis zum 22. März terminiert war, fallen unter diese Allgemeinverfügung des Bayerischen Gesundheitsministeriums und dürfen deshalb nicht stattfinden.

Auch Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmer sollen abgesagt oder verschoben werden

Die Beschlüsse der Staatsregierung gehen aber noch weiter. So haben bei Veranstaltungen mit 500 bis 1.000 Teilnehmern „die Kreisverwaltungsbehörden eine genaue Risikobewertung“ vorzunehmen. Jedoch sollen auch kleinere Veranstaltungen ebenfalls abgesagt oder verschoben werden, wenn deren Durchführung nicht unverzichtbar erscheint. Ab Mittwoch wird der Freistaat zudem – und unabhängig von der jeweiligen Zuschauerkapazität – sämtliche staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser bis ebenfalls zum Ende der Osterferien schließen. Das Stadttheater Landshut steht zwar in kommunaler Trägerschaft und wäre folglich von dieser Entscheidung nicht umfasst. Dennoch hat der Krisenstab der Stadtverwaltung unter Leitung von Oberbürgermeister Alexander Putz festgelegt, dass auch im Theaterzelt ab sofort und bis 19. April keine Vorstellungen des Landestheaters Niederbayern mehr stattfinden dürfen. Gleiches gilt für geplante Veranstaltungen im Rathausprunksaal, der als „Konzertsaal“ einzustufen ist.

Die Stadt wird auch weitere, von ihr (mit-)organisierte Veranstaltungen absagen. Das gilt beispielsweise für sämtliche bis zum 19. April angesetzten Konzerte und Events im Jugendkulturzentrum Alte Kaserne sowie für den Verkaufsoffenen Sonntag am 29. März in der Einkaufswelt Nord und Industriegebiet, der aus rechtlichen Gründen abgesagt werden muss. Betroffen sind zudem zahlreiche Veranstaltungen der Landshuter Messe- und Veranstaltungsgesellschaft, beispielsweise der Kinder- und Nachthallenflohmarkt am kommenden Samstag, der Kunsthandwerkermarkt am Sonntag und eine Reihe von Konzerten – unter anderem der Band „Stahlzeit“ am 3. April – in der Sparkassen-Arena. Den kompletten und ständig aktualisierten Überblick über die abgesagten Veranstaltungen der Messegesellschaft und über etwaige Ersatztermine gibt es auf der Homepage der Messegesellschaft unter www.landshutlive.de. Unter dieser Adresse werden zeitnah und in Abstimmung mit dem jeweiligen Veranstalter auch nähere Informationen zu den Rückgabemodalitäten bereits gekaufter Eintrittskarten veröffentlicht.

Des Weiteren ergab eine Rücksprache mit den Organisatoren des Kurzfilmfestivals, dass die vom 25. bis zum 30. März angesetzte Veranstaltung nicht zum geplanten Termin stattfinden kann.

Die aktuellen Entwicklungen wirken sich darüber hinaus auch auf den publikumsintensiven Profisport aus: Während im Fußballbereich auf nationaler und europäischer Ebene bereits zahlreiche „Geisterspiele“ ohne Zuschauer terminiert sind, haben die Eishockeyligen DEL und DEL2, in der auch der EV Landshut spielt, ihre Saison abgebrochen. Die anstehenden Playoffs beziehungsweise die Abstiegsrunde („Playdowns“) entfallen. Damit sind bis nach der Sommerpause keine Heimspiele des EVL mehr angesetzt. Immerhin gibt es für den Verein und seine Fans auch eine positive Nachricht: Aufgrund des vorzeitigen Saisonendes hat der EVL, der die DEL2-Hauptrunde als Tabellenletzter abschloss, den Klassenerhalt in der Tasche.

Noch nicht endgültig geklärt ist, ob die Landshuter Frühjahrsdult wie geplant stattfinden kann. Das zehntägige Volksfest soll ab 24. April auf der Grieserwiese über die Bühne gehen und fällt damit derzeit nicht unter den zunächst bis 19. April befristeten Kabinettsbeschluss. Das Ministerium verweist aber bereits jetzt auf eine dann zu erfolgende, neue Risikoeinschätzung. Da eine kurzfristige Absage nach Beginn der Aufbauarbeiten jedoch mit erheblichen Kosten für Festwirte, Schausteller und Marktkaufleute verbunden wäre, ist eine zeitnahe Entscheidung nötig. Das Stadtratsplenum wird sich daher bereits im Rahmen in seiner nächsten Sitzung am Freitag, 27. März, mit dem Thema befassen.

Sicher ausfallen wird dagegen das für Samstag, 9. Mai, terminierte Europafest. Der Hauptgrund: Zu der Veranstaltung wären auch Delegationen aus der italienischen Partnerstadt Schio (Region Venetien) und aus der Kulturpartnergemeinde Toblach (Südtirol) eingeladen gewesen. Eine Teilnahme dieser beiden Gruppen wäre angesichts der Tatsache, dass ganz Italien zum „Corona-Risikogebiet“ erklärt wurde, jedoch absehbar auch Anfang Mai (noch) nicht zu verantworten gewesen. Insofern hat der städtische Krisenstab schon beschlossen, das Europafest abzusagen.

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