Doch nun zu unseren eigentlichen Plänen für die Ferien: Wir hatten vor, den Norden zu bereisen. Was uns allerdings anfangs nicht so ganz klar war, ist, dass es im Norden relativ wenig zu sehen gibt. Am Tag vor unserer Abreise machten wir noch ein kleines Fest, wir haben in Wa wieder ein Hühnchen gekauft (Barnabas war sein Name) und es dann anschließend gegrillt. Dazu gab es selbst gemachten Nudelsalat und Knoblauchbrot. Der pure Wahnsinn! Zum trinken gab es natürlich Bier. Und warum beschreibe ich das Essen so genau? Normalerweise esse ich in Kaleo immer dieselben Gerichte. Reis mit Stew, Polished Rice, Yam mit Stew, Kenke, Fufu, Rice and Beans, Banku…also nur ghanaisches Zeug. Zudem macht alleine kochen auch nicht so wirklich Spaß, aber wenn  man das mit Freunden macht ist es die höchste Gaudi. 

Am nächsten Morgen ging es nach Wa und von dort aus mit einem Trotro nach Larabanga, einem vier Stunden entfernten Dorf in der Northern Region. Doch was machen wir in einem kleinen Dorf in der Northern Region? Ganz einfach, Elefanten ansehen. Larabanga ist nämlich das Dorf vor dem Mole Nationalpark, eine der wenigen Touristenattraktionen, die der Norden zu bieten hat. Übernachtet haben wir in einem Hotel außerhalb des Nationalparks und wir entschieden uns zwei Nächte zu bleiben. Am selben Tag konnten wir dann noch die Attraktionen in Larabanga selbst bestaunen: Nichts. Wir setzten uns also vor das Hotel und schauten einen Teil Harry Potter bevor es dann ins Bett ging, denn am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Gegen halb 7 morgens fuhr uns der Besitzer des Hotels für 10 Cedi (Scheiß Touri-Preise) in den Nationalpark, wo wir dann die Wahl zwischen einer Walking-Tour und einer Jeep-Tour hatten. Aufgrund unserer Schuhwahl (wir hatten, typisch ghanaisch, für die Reise nur Flip Flops eingepackt) entscheiden wir uns für die Jeep-Tour. Ist eh entspannter als durch den Busch zu hatschen. Und tatsächlich, haben wir echt eine Menge Tiere gesehen. Elefanten, Antilopen, Warzenschweine und einen komischen Vogel, von dem ich keine Ahnung habe, was das war. Besonders schön waren die Elefanten, von denen sich die Meisten an einem Wasserloch tummelten und badeten. 

Gegen 11 Uhr waren wir zurück in der Savannah Lodge (unser Hotel) und hatten nicht viel zu tun. Bei drei Bier als Mittagessen (es war ja schließlich Urlaub) entschlossen wir uns, doch schon etwas früher abzureisen und keine zweite Nacht in Larabanga zu verbringen. Schön, dass wir natürlich im Voraus bezahlt haben und der Besitzer das Geld natürlich schon ausgegeben hat und es uns deswegen nicht mehr zurückzahlen konnte. Nicht falsch verstehen, der Besitzer ist echt lieb und nett und wir haben ihm das geglaubt. Irgendwie haben wir es dann aber geschafft, die Kosten mit anderen Kosten für Verpflegung und Fahrt zu begleichen und waren somit nur ein bisschen im Minus.

Die Lange Fahrt zu unserem nächsten Stopp, Tamale, war aufgrund des frühen Bier-Mittagessens etwas lustiger als sonst. Spontan wie wir sind, hatten wir in Tamale keine Ahnung, wo wir die Nacht verbringen. Letztendlich ließen wir uns in einem zentrumsnahen Hotel nieder, das okay war. Ich hatte das Glück, dass es in meinem Zimmer mit Klimaanlage zu kalt war und die Klimaanlage extrem laute Geräusche von sich gab, sobald man sie ausschaltete. Von erholsamen Schlaf also keine Rede. Am nächsten Tag beschlossen wir dann doch, die zweite Nacht wo anders zu verbringen und im Catholic Guesthouse hatten wir ein schöneres Ambiente. Und wieder einmal sind wir Opfer unserer Spontanität geworden: Da keiner von uns an einen Reiseführer gedacht hat, und sich davor auch nicht wirklich informiert hat, wusste niemand, was man eigentlich in Tamale machen kann. Wir wussten nur von der ältesten Moschee in Westafrika, die irgendwo in der Nähe von Tamale sein soll. Wir googelten also und fanden als einziges Ergebnis die Larabanga-Moschee. Na, kommt euch der Name des Dorfes bekannt vor? Genau! Das Dorf aus dem wir gerade gekommen sind. Suuuper! Und was gibt es sonst in Tamale zu sehen? Nach zahlreichen Googleanfragen kamen wir zu einem eindeutigen Ergebnis: Absolut gar nichts! Tamale ist die drittgrößte Stadt Ghanas, und außer einem Markt gibt es dort rein gar nichts Sehenswertes. Also besuchten wir den Markt und verbrachten den restlichen Tag mit Harry Potter, bevor wir am Abend eine Bar aufsuchten.