Der Weg zurück nach Kaleo war doch ein wenig komplizierter als gedacht. Als wir nach Paga zurück in Bolga waren, hieß es ein Trotro zu finden, das nach Wa fährt. Fehlanzeige! Es gibt um diese Zeit kein Trotro nach Wa. Uns wurde dann zu einem Kleinbus geraten, der nach Tumu fährt und von dort aus man locker ein Transportmittel nach Wa findet. Nun gut, dass wir circa vier Stunden in diesem scheiß Kleinbus in der prallen Sonne warten müssen, bevor es losfährt hat uns natürlich keiner gesagt. Konnte ja auch fairerweise keiner wissen, denn die Busse fahren nur, wenn sie bis zum letzten Sitzplatz voll sind. Manchmal geht es schneller und manchmal eben, wie in diesem Fall langsamer. Nach weiteren vier Stunden Fahrt erreichten wir in der Dunkelheit Tumu und auf Nachfragen wurde uns auch recht schnell klar gemacht, dass heute keine Trotros nach Wa mehr fahren würden. Es sei zu spät. Doch für 180 Cedi (wir haben bei 300 Cedi Verhandlungsbasis angefangen) bekamen wir ein Trotro ganz für uns allein, dass uns sogar noch direkt bis nach Kaleo bringt, denn das wäre für uns sogar günstiger gekommen, als wenn wir noch eine Nacht irgendwo schlafen müssten.  Was uns erst einfiel, als wir schon auf dem Weg waren, war die Gefahr von Räubern. Besonders Nachts auf nicht-viel befahrenen Straßen verstecken sich gerne mal bewaffnete Räuberbanden, die Fahrzeuge ausrauben. Und noch aus einem zweiten Grund mussten wir auf der Rückfahrt ein bischen um unser Leben fürchten: Die Fahrweise des Fahrers. Wir rasten mit einem Affentempo über die schlechten Sandstraßen und ich bin mir sicher, wir wären ein paar Mal beinahe draufgegangen. Nichtsdestotrotz sind wir alle lebendig zuhause in Kaleo angekommen. 

Vielleicht mag sich jemand fragen, warum wir auf unserer Rundreise so viel Harry Potter geschaut haben (ohne Schmarrn, wir haben fast alle 7 Teile geschafft). Es ist tatsächlich so, dass es in ghanaischen Städten, vor allem die im Norden sind, nichts zu tun gibt, außer den Touristenattraktionen, falls welche vorhanden sind. Und diese füllen leider meist nicht den ganzen Tag. Für mich, wenn ich ehrlich bin, sieht fast jede ghanaische Stadt gleich aus und sie unterscheiden sich nur durch die Menschen, die dort leben. Klar gibt es Unterschiede, aber die Städte bestehen meist nur aus einer Hauptstraßen, an der sich Geschäfte sammeln, von denen die Meisten das gleiche verkaufen. Da gibt es einfach nicht viel zu sehen.

Nach unserer Rückkehr haben mich spontan noch zwei deutsche Mädchen, die ihren Freiwilligendienst in Cape Coast absolvieren und noch drei andere Mädls aus Volta und der Central Region besucht. Da Lukas ein bisschen früher abgereist ist, war ich eine Zeit lang allein mit sechs Mädls in Kaleo. Da war Spaß natürlich vorprogrammiert, wenn so viele Leute da sind und das alles gab einen schönen Abschluss der Ferien. 

Seit einer Woche ist wieder Schule und meine Motivation für den letzten Term hält sich sehr in Grenzen. Das Unterrichten macht aufgrund der Umstände leider überhaupt keinen Spaß mehr. Zudem hat Julius (der auch bei der ganzen Reise nicht dabei war, weil ihn sein Vater besuchte) seinen Freiwilligendienst gekündigt und verlässt in der nächsten Zeit Kaleo. Zwar verstehe ich mich mit ihm immer noch nicht gut, aber ich denke, es wird schwierig, wenn dann gar kein Deutscher mehr da ist. Mal schauen, wie das wird. Aber es sind ja nur noch drei Monate, die ich unterrichten muss, irgendwie wird das schon!