Mit Wurfstöcken bewaffnet sind rund 50 Einheimische, zwei andere Freiwillige und ich vor Kurzem auf Jagd gegangen. Mitten im Busch haben wir nach Kleintieren wie Hasen oder Buschratten gesucht. Einige Jäger waren auch mit Gewehren bewaffnet, die sie allerdings weniger zum Jagen einsetzten. Sie schossen mit ihnen nur wild in die Luft. Begleitet wurden wir von einer Menge Hunde, die die meiste Arbeit erledigt haben.
Tiere aufscheuchen
Die Jagd hier lief wie folgt ab: Die 50 einheimischen Jäger und wir drei Weißen laufen durch den ghanaischen Busch und hauen mit Stöcken auf jeden Laubhaufen oder auf alles, was ein gutes Versteck für Tiere ist. Sollte man ein Tier aufscheuchen – meistens ist es ein Hase –, läuft es in irgendeine Richtung fort. Alle Jäger rennen dem Hasen wie gestört hinterher und verfolgen ihn. Dabei versuchen wir, das Tier mit den Wurfstöcken zu treffen, damit es stolpert und von uns gefangen werden kann. Da das meistens nicht so klappt wie geplant, kommen die Hunde ins Spiel: Sie jagen den Hasen bis zum bitteren Ende und nehmen uns damit die Arbeit ab.
Fleischfetzen mit Fell
Wenn die Hunde das Tier erwischt haben, muss man es ihnen erst entreißen. Was dann übrig bleibt, lässt sich meist nicht mehr eindeutig als Tier identifizieren. Es sind Fleischfetzen mit Fell.
Nach zweieinhalb Stunden Jagd ließ sich zum ersten Mal wieder Zivilisation blicken: Wir kamen an einer Straße vorbei. Die Freiwilligen und ich einigten uns darauf, uns von der Gruppe abzukapseln und auf eigene Faust der Straße zurück zu unseren geparkten Motorrädern zu folgen. Orientierungslos mussten wir erst mal einen Jäger fragen, in welche Richtung wir überhaupt gehen müssen. Die nächsten drei Stunden verbrachten wir damit, durch das Nichts einen Weg zurück zu finden, was trotz „Straße“ nicht ganz so einfach war. Wir haben uns verlaufen. Nichtsdestotrotz hatten wir beim Wandern unter der prallen Sonne eine Menge Spaß und dem Schmarrn nach zu urteilen, über den wir auf dem Weg geredet haben, hat uns wohl alle ein Sonnenstich erwischt.