Auslandsblog Eintrag 14: Hälfte des Studiums erreicht – was macht es so einzigartig? (25. Januar 2019)

„Die Union errichtet einen Binnenmarkt. Sie wirkt auf die nachhaltige Entwicklung Europas auf der Grundlage eines ausgewogenen Wirtschaftswachstums und von Preisstabilität, eine in hohem Maße wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft, die auf Vollbeschäftigung und sozialen Fortschritt abzielt, sowie ein hohes Maß an Umweltschutz und Verbesserung der Umweltqualität hin. (…)” ~ TEU 3(3)

Mit diesen und anderen Verträgen der EU beschäftigte ich mich in meinem letzten Kurs über europäisches Umweltschutzrecht. Der zweite Block meines zweiten Bachelorjahres ist geschafft (praktisch das dritte Semester) und somit bin ich bereits bei der Hälfte meines Studiums angekommen. Dadurch kann ich jetzt auch schon einiges über die Einzigartigkeit von Globalen Nachhaltigkeitswissenschaften und den Unterschieden zu deutschen Studiengängen wie etwa Umweltmanagement oder Agrarwissenschaften sagen.

Es ist ein sehr interdisziplinärer Studiengang, der also ausgerichtet ist, um ein breites Wissen im Bereich Nachhaltigkeit zu vermitteln. Die Fächer bauen in gewisser Weise schon aufeinander auf, sind jedoch aus unterschiedlichen Bereichen. So habe ich mich mit der EU Habitats Direktive, die Richtlinien für den Lebensraum gefährdeter Arten festlegt, zuerst aus politischer Sicht in dem einen Kurs und dann nochmal in meinem Jura Kurs beschäftigt. Das erste Jahr des Studiums vermittelt Grundwissen über die Umweltbewegung, aktuelle Weltprobleme wie die Wasserknappheit und den Klimawandel, der auch aus naturwissenschaftlicher Perspektive erläutert wird. Zudem lernte ich über verschiedene sozial-wirtschaftliche Theorien wie etwa dem Green Growth (= grünes Wachstum, dem sich auch die EU verschreibt), und neue Politikansätze, wie Governance, der nicht nur politische Akteure in den Entscheidungsprozess einbezieht, sondern um die immer komplexer werdenden Problem anzugehen auch Bürger*innen, NGOs wie Greenpeace und Leute aus der Wirtschaft fordert. Das Jahr beendete ich mit einem eigenen Gruppen-Research Projekt auf Texel. Texel will 2020 CO2-neutraler Energie-Selbstversorger sein und benötigt dementsprechend mehr Solaranlagen und Windräderparks. Einige Gruppen berechneten also die günstigsten Standorte und meine Gruppe untersuchte mithilfe von Fragebögen, was Touristen zu den Veränderungen sagen. Natürlich wurden weniger sichtbare Solaranlagen bevorzugt im Gegensatz zu Offshore-Windparks vor der Küste. Nebenbei erhält man noch sogenannte Research Skills, um das Werkzeug für eigene Forschungsprojekte zur Hand zu haben.

Im zweiten Jahr kann man sich auf bis zu zwei Zweige von vieren spezialisieren, diese behandeln Nachhaltigkeit aus verschieden Bereichen, nämlich Politik (mein Zweig), Wirtschaft und Innovation, Energie und Ressourcen und Wasser, Klima und Ökosysteme. Dementsprechend unterscheiden sich die Fächer, so besitzen zum Beispiel die, in den beiden letzteren Zweigen einen höheren naturwissenschaftlichen Anteil. Doch im dritten Jahr gibt es wieder überschneidende Fächer, wie etwa ‚Integriertes Boden und Wasser Management‘, das eine naturwissenschaftliche Komponente aber auch eine Politische hat.

Sehr besonders finde ich noch, dass es jedes Jahr, nicht nur im ersten, ein eigenes Research Projekt in Gruppen gibt. So wird mein Nächstes mit globalem Fokus auf die Implementierung der Sustainable Development Goals der UNO blicken und im dritten Jahr werden wir Firmen, NGOs oder die holländische Regierung beraten. Trotz des straffen Studienverlaufsplans bleibt noch genug Zeit ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen oder ein Nebenfach zu belegen, ich mache zum Beispiel Spanisch.

Alles in allem ist es zumindest für mich die perfekte Zusammenstellung, um in Zukunft an komplexe Probleme im Zuge des Klimawandels herangehen zu können und hoffentlich viele verschiedene Parteien zu motivieren, Katastrophen zu vermeiden.

 

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