Auslandsblog Eintrag 15: Europa hautnah (19. April 2019)

Julia hat vor Kurzem an einem Seminar in Brüssel teilgenommen und dabei die EU hautnah erlebt.

Bezeichnest du sich als Europäer*in? Wohl eher nicht, denn Europa, Brüssel und Co. scheinen weit weg zu sein und auch die Medien berichten über Europa meistens im nationalen Kontext. Wenn man die Sprache oder die Kultur betrachtet, trennt uns Deutsche wahrscheinlich auch mehr von zum Beispiel Rumänen als dass es uns eint. Und doch verbinden uns die gemeinsamen EU-Gesetze und -Werte wie beispielsweise Demokratie, Meinungsfreiheit, Reisefreiheit etc. und bilden eine Oase der Sicherheit, des Friedens und der Möglichkeiten, die unser Kontinent noch während des Kalten Krieges vor 30 Jahren nicht kannte.

Das alles wurde mir beim Kooperationsseminar der Hans-Böckler- und Friedrich-Ebert-Stiftung anlässlich der anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament in Brüssel wieder ins Gedächtnis gerufen, an dem ich vor zwei Wochen teilnehmen durfte. Dort diskutierten wir viel über den aufkommenden Nationalismus in nahezu allen Ländern der EU und, wie wir Europa den Menschen wieder näherbringen können. Denn ich bin sehr glücklich darüber, in einer Zeit geboren zu sein, in der Sicherheit und Frieden auf diesem Kontinent selbstverständlich erscheinen. Und ja, ich bezeichne mich seit ich in den Niederlanden wohne, aber deutsche Staatsbürgerin bin als Europäerin, denn dass das so einfach möglich ist, verdanke ich einzig und allein der EU.

Bayern erhält von der EU übrigens 495 Millionen Euro für regionale Entwicklung in der Förderperiode 2014-20. Durchschnittlich 40 Prozent des Einkommens der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland kommen von der EU-Förderungsstütze und über 7000 junge Leute alleine aus Bayern konnten durch die Erasmus Förderung 2015/16 ins EU-Ausland gehen. Drei konkrete Beispiele unter vielen sind die Wiederherstellung eines natürlichen Ufers der Isar zwischen Loiching und Ettling, das seit 2015 zu den EU-Life geförderten Projekten gehört sowie die Fahrradrunde „Bayrisches Thermenland“, die ein über 200 Kilometer langes Radwegnetzwerk von Regensburg bis Passau werden soll, oder die neu entstehende Box-Halle des Box Clubs in Landau a.d. Isar, die eine Zusage von Fördergeldern im Rahmen des EU-weiten LEADER-Programms erhalten hat. Dies und was die EU sonst noch für uns persönlich tut, kannst du gerne hier noch genauer nachlesen.

Europa bietet die sichersten Lebensmittel der Welt, uneingeschränkten Personen-, Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr, eine Vielfalt an Kulturen, die es zu erkunden gilt und zu guter Letzt ein Leben in Sicherheit und Frieden, in der jede/r ihre/seine Meinung frei äußern und sich frei entfalten kann. Natürlich ist die EU nicht perfekt, aber wenn eines uns der Brexit gezeigt hat, dann, dass ein geeintes und friedvolles Europa nicht durch Nationalismus zerbrechen darf. Denn so viele Ungleichheit es in der EU noch zu lösen gilt, überwiegen doch die Vorteile für uns alle. Und wir dürfen eines nicht vergessen: So fern Brüssel und deren Entscheidungen vielleicht scheinen mögen, es sind doch wir Bürger*innen, die Europa formen! Wir alle können, ja wir müssen unbedingt über die Zukunft der EU bei den Wahlen zum Parlament am 26. Mai mitbestimmen.

Gibst du Europa deine Stimme?

 

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