Auslandsblog Eintrag 16: Tongariro Alpine Crossing aka Mt. Doom - 17. Mai 2017

In Taupo traf ich eine Freundin aus Tauranga, mit der ich mich zum bevorstehenden Tongariro Alpine Crossing verabredet habe.

In so einer langen Wanderung ist leider das frühe Aufstehen mit inbegriffen. Aber das ist es wert. Um 5.30 Uhr morgens rolle ich also aus meinem Bett und steige in den Shuttle, der mich zum Startpunkt des Tongariro Alpine Crossings (http://www.doc.govt.nz/tongariroalpinecrossing#page-id-19734) bringt.

Meine Wanderung im Tongariro National Park beginnt mit dem Mangatepopo Valley und führt an den Soda Springs vorbei zum South Crater. Von dort aus beschließen meine Freundin und ich, gemeinsam den 2287 Meter hohen Mount Ngauruhoe (der Herr der Ringe-Fan nennt ihn den Schicksalsberg) für fortgeschrittene Kletterer zu besteigen, der größtenteils aus Felsen und Geschütt besteht und keinen vorgegebenen Track besitzt. Das Ziel ist, dort irgendwo hochzukommen und nicht von den vielen lockeren Steinen getroffen zu werden, die durch jede minimale Bewegung lose werden und runter fallen. Nach einigen Stunden hinterfrage ich auf halber Höhe und einem Fels, der einen halben Meter neben mir herunterfällt, noch einmal meine Entscheidung, bei vorbeiziehenden Wolken da wirklich weiter hochgehen zu wollen. Doch dafür bin ich dann doch zu ehrgeizig. Wenn ich schon einmal auf der Hälfte des Weges bergauf bin, drehe ich jetzt auch nicht mehr um. Ich versuche, meine Höhenangst so weit es geht zu ignorieren, atme noch einmal tief durch und klettere weiter.

Nach gefühlten etlichen Stunden kommen wir endlich oben an der Spitze an und können unser Glück kaum glauben. Der Ausblick ist atemberaubend und ein kleiner Minikrater dampft und gibt dadurch etwas Wärme neben dem eiskalten Wind an der Spitze ab.

Viel später hätte ich nicht kommen dürfen, denn kurz bevor ich den Berg wieder absteigen möchte, ziehen noch mehr dicke Wolken auf, die die Sicht fast unmöglich macht. Ich entscheide mich dieses Mal für einen anderen Weg bergab und nehme an einer Rutschpartie zwischen Felsen, losem Geschütt und Erde teil. Leider verletzt sich ein Mädchen auf dem oberen Drittel vor mir das Bein und muss auf einen Helikoptereinsatz im Nebel warten. Eine Mitreisende von ihr bleibt bei ihr, während meine Freundin und ich den weiteren Abstieg antreten.

Unten angekommen zeigen wir dem Helikopter den Weg, der große Probleme hat bei starkem Nebel an seinen Zielpunkt zu gelangen. Demnach warte ich für einige Zeit, bis nach eineinhalb Stunden das Mädchen endlich erfolgreich mitgenommen werden konnte.

Ich bin froh, dass ich gemeinsam mit einer Freundin wandern gehe. Wegen genau diesen Gefahren ist es wichtig, jemanden dabei zu haben, der einen im Notfall unterstützen kann.

Vom Mount Ngauruhoe zurück zum South Crater führt mein Weg dann zum Red Crater über den Mount Tongariro zu den Emerald Lakes und ich bin begeistert von den malerischen blauen Seen, aus denen Dampf nach oben steigt.

Von den Emerald Lakes führt der letzte Part des Tongariro Alpine Crossings über den Ketetahi Shelter und endet am Ketetahi Parkplatz.

Nach 12 Stunden wandern gehen wir unsere letzten Schritte durch die dunkle und kalte Nacht zum Auto und beenden mit einem guten Gefühl den Tag. Die Momente und Ausblicke des heutigen Tages sind einzigartig und es ist schwer, sie mit irgendetwas zu vergleichen. Ich bin glücklich und zufrieden. Ich fühle mich großartig!

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos