Auslandsblog Eintrag 5: Grüße aus meiner WG in Neuseeland - 16. September 2016

Schöne Grüße aus meiner kleinen aber feinen WG in Neuseeland!


Ich wohne jetzt seit guten drei Wochen in einem hellen Häuschen mit einem eigenen kleinen Zimmer. Meine Nachbarn nebenan sind Schafe, genauso wie die gegenüber und hinter mir. Weit und breit nur Schafe. Aber das ist hier wohl gewöhnlich und ich mag es sehr.

Zu Beginn war es sehr komisch, das Haus als eigenes Haus für das ganze Jahr anzunehmen. Gedanklich gesehen wohne ich ja immer noch in einem großen Zimmer mit Dachgeschoss in Landshut. Daran habe ich 18 lange Jahre gewöhnt und Gewohnheiten legt man nicht so schnell ab. Mittlerweile kann ich aber sagen, dass ich beginne, mich im Haus in Neuseeland wohl zu fühlen. Ich merke, wie wichtig es ist, seinen eigenen kleinen Raum zu haben, auch wenn ich mich dort nicht all zu oft aufhalte. Langsam findet so alles seinen Platz und ich kann dort meinen gesamten Kofferinhalt sortiert wiederfinden. Der Grund, warum ich mich nicht zu oft in meinem Zimmer aufhalte ist jedoch nicht, weil es mir dort nicht gefällt, sondern weil hier in Hawarden – trotz der geringen Einwohnerzahl- immer etwas los ist. Beispielsweise habe ich beim „Kiwi Watch Program“ für ein Wochenende teilgenommen. Das beinhaltet, dass wir circa 20 Kilometer wandern und dabei Ratten aus Fallen entfernen und diese dann neu mit Hühnereiern befüllen. Das ist deshalb so wichtig, um den gefährdeten Neuseeländischen Vogel namens Kiwi zu schützen.

Das Lustige am neuseeländischen Wandern ist jedoch, dass das kein gewöhnliches „das Wandern ist des Müllers Lust“-Wandern ist. Wandern kann hier schonmal in Klettern und in Durchqueren hoher, eiskalter und starker Flüsse, manchmal netterweise mithilfe Hängebrücken, umschwenken. Die Action kommt hier auf jeden Fall nicht zu kurz, da versucht wird, das alles so schnell wie möglich zu machen um gegen die Dämmerung anzukämpfen, da es sonst natürlich schwerer wird, die Fallen zu finden. Nach diesem Tag des Abenteuers übernachtet man dann in einer kleinen Hütte zusammen mit allen Beteiligten und den darauffolgenden Tag geht es den Weg dann wieder mit Gepäck durch Nina Valley, um zum Auto zu gelangen. Ich kann euch sagen, die nächsten Tage tun einem dann auf jeden Fall erstmal die Füße weh. Ich würde aber jedem raten, der die Möglichkeit dazu hat und fit genug ist, das einmal auszuprobieren. Die Aussicht und den Spaß ist es auf jeden Fall wert.

Die restlichen Hühnereier gab es dann in den darauffolgenden Tagen in Form von Spiegeleiern, Rühreiern und Omeletts und ich sag euch, ich habe glaube ich noch nie so viele Eier gegessen wie hier zur Zeit. Mir wurde außerdem erklärt, dass es zwei unterschiedliche Arten von Menschen gibt. Die, die essen um zu leben und die, die leben um zu essen. Ich gehöre definitiv zu Kategorie zwei und genieße es so, viele verschiedene neue, unbekannte und neuseeländische Produkte zu testen. Ich liebe beispielsweise Fijoas. Das ist eine neuseeländische Frucht, die aussieht wie eine grüne Zitrone, die säuerlich und erfrischend schmeckt. Als Saft, Riegel oder im Müsli ist das wirklich lecker.

Vegetarisch zu Essen ist in meinem Umfeld wohl nicht ganz so weit verbreitet, da hier sehr viele Farmer leben, die natürlich auch mit Fleisch handeln. Da liegt es nahe, ihre eigenen Produkte auch selber zu essen. Viel interessanter ist aber, dass ich, sobald ich zum essen eingeladen werde, mit Mengen von Samen und Nüssen beschenkt werde, da sich die zuvorkommenden und sehr netten Einwohner hier durchaus dafür interessieren und informieren wollen. Neben dem „Kiwi Watch Program“ und netten Esseneinladungen ging es für mich außerdem mit sehr netter Begleitung ins Kino nach Christchurch in den Film „Suicide Squad“, zu abendlichen Autorennen auf der Playstation gemeinsam mit meiner früheren Gastfamilie und des Öfteren nach der Schule auf eine Farm, um dort wilde Rennpferde zu trainieren, die dann von Agenten bewertet und in Kategorien eingestuft werden.

Alles in allem großartige Erlebnisse und ich kann davon nicht genug kriegen!

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