Auslandsblog Eintrag 1: Der Start eines Abenteuers (2. Dezember 2018)

Wie bereitet man sich auf etwas so Großes wie ein Auslandsjahr vor? So verrückt, wie kopfüber in eiskaltes Wasser zu springen und dabei nicht zu wissen, wie man schwimmt, trifft es eigentlich ganz gut. Man kann so viel darüber lesen, lernen und mit dem Kopf nicken, wie man will, aber so richtig verstehen wird man es erst, wenn man es selbst erlebt hat.

Dank des PPP-Stipendiums (Parlamentarisches Patenschafts-Programm) und dem Bundestagsabgeordneten Alois Rainer darf ich ein Jahr in den USA verbringen. Doch warum die USA? Das Vollstipendium, für welches ich mich beworben habe, schickt jährlich Schüler aus Deutschland als Juniorbotschafter in die Vereinigten Staaten und ermöglicht ihnen die Chance, ihren Traum von einem High-School-Jahr zu verwirklichen. Dieser Traum ist für mich nun wahr geworden. Aber ein Auslandsaufenthalt in den USA als Juniorbotschafterin bedeutet nicht nur die andere und neue Kultur und Mentalität kennenzulernen, sondern auch meine Heimat zu vertreten und repräsentieren.

Nachdem ich die Bewerbungsphase überstanden und eine Zusage erhalten hatte, war ich unfassbar glücklich, aber auch aufgeregt. Doch zur selben Zeit geht einem neben der Freude die Frage durch den Kopf, wie man das alles eigentlich alleine organisieren soll. Glücklicherweise bietet das Stipendium den Stipendianten eine Orientierungswoche in Berlin an, in der einem so viel wie möglich erzählt und erklärt wird. Und mit ganz viel Spaß und einer Menge neuer Freunde, die alle in genau derselben Situation sind, sitzt man dann nur wenige Monate später auch schon im Flieger.

Alles gepackt? Jeden umarmt? Noch ein letztes Mal über die Schulter geschaut und seiner Familie gesagt, wie sehr man sie liebt? Ja. Genug Englischkenntnisse im Kopf, die einen möglichst wenig blamieren werden? Hoffentlich.

Aber wenn du einen achtstündigen Flug ins Land der tausend Möglichkeiten vor dir hast, den du mit deinen neu gewonnenen Freunden verbringen wirst, die besten Wünsche von deiner Familie und deinen Freunden von zuhause liest, weißt du, dass etwas Unglaubliches vor dir liegt und du ein Jahr lang kostbare Erfahrungen sammeln darfst. Wenn du das alles weißt, dann riskierst du wahnsinnig gerne, dich zu blamieren.

Auf die Frage, wie ich mich auf mein Jahr in den USA vorbereitet habe, kann ich gerne eine ausführliche Antwort geben. Die Sprache von den Büchern, die ich gelesen und von den Filmen die ich gesehen habe, hat zu Englisch gewechselt, Blogs und Einträge vorheriger Austauschschüler haben meinen Suchverlauf dominiert und in der Schule wurden Englisch und Sozialkunde zu den interessantesten Fächern für mich. Aber am Ende waren die ganzen Vorbereitungen doch nur ein Paar Schwimmflügel. Denn wenn man wissen möchte, wie man schwimmt, muss man es selbst erleben. Und als meine Füße nach dem langen Flug auf dem standfesten Boden in New York standen, hatte ich nicht nur ein wenig Angst vor dem Wasser. Ich wollte mehr als jemals zuvor in meinen 16 Jahren anfangen zu schwimmen.

 

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