Auslandsblog Eintrag 2: Ein chaotisches Abenteuer (15. Januar 2019)

Der Moment, in dem ich wusste, dass mein eigenes kleines, aber doch großes Abenteuer angefangen hat, war derjenige, in dem meine Füße nach einem achtstündigen Flug auf New Yorks Boden standen. Auch wenn ich vollkommen müde und erschöpft war, als mir die Sonne ins Gesicht schien und all die verschiedenen Geräusche und Stimmen der Großstadt in meinen Ohren ertönten, schien alles wunderbar und unglaublich zu sein.

Zumindest für die nächsten 45 Minuten am Flughafen. Denn kaum angekommen, erfahre ich, dass mein Anschlussflug gestrichen wurde. Was sich anfangs nach einer kleinen Katastrophe anhörte, wurde definitiv eine meiner Lieblingserfahrungen. Alle Austauschschüler, deren Flug gestrichen wurde, wurden in ein Hotel gebracht. Manche sollten von dort mit dem Bus weiterfahren und nur bis zum Abend bleiben. Andere mussten auf einen anderen Flug warten und dann am nächsten Tag fliegen. Ich gehörte zu der zweiten Sorte.

Nachdem mein Zimmer um beinahe Mitternacht endlich fertig war, wurde ich um 5 Uhr morgens aufgeweckt, um in der Lobby meine Fluginformationen abzuholen. Dort angekommen teilte man mir mit, dass noch keiner meine Informationen habe. Fünf Minuten nachdem ich wieder auf meinem Zimmer war, schickte man mich abermals nach unten. Anscheinend hat man mich mit jemand anderem verwechselt. Das frühe Aufstehen hatte aber auch seine Vorteile: Ich war eine der ersten am Frühstücksbuffet! Dadurch konnte ich es in vollen Zügen genießen und ich schloss eine Menge neuer Freundschaften mit Jugendlichen aus den verschiedensten Orten der Welt. Am Nachmittag war es dann auch für mich endlich so weit: Mit einer kleinen Gruppe wurde ich zum Flughafen gebracht. Endlich flogen wir in den Sonnenschein-Staat der USA: Florida.

Dort angekommen wurde ich mit einem warmen Willkommen von meiner Gastfamilie empfangen und um kurz nach Mitternacht lag ich endlich in meinem neuen, gemütlichen Bett. Meine Augen schlossen sich langsam, doch auf meinen Lippen lag das größte Grinsen, das ich je hatte. Ich blickte zurück auf diese Erfahrung und beschloss trotz des Stresses und des Jetlags, dass dies definitiv und auch wegen der Menschen, mit denen ich kurzfristig zwei Tage in New York teilen durfte, eine meiner Lieblingskatastrophen ist.

Ich wusste, ich würde das beste Jahr meines Lebens haben. Ein chaotisches Abenteuer, das ich lieben würde. Ich wusste, ich würde fallen, fliegen, lernen und letztendlich verstehen. Ich würde aus meiner Komfortzone gezogen werden. Gezogen, geschliffen und gezwungen. Aber genau dafür sind Abenteuer gemacht!

Und so konnte ich nicht anders als an ein bestimmtes Zitat zu denken: „A ship in a harbor is safe, but that is not what ships are built for.“ (John Augustus Shedd)

 

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