Auslandsblog Eintrag 11: Time to move on (25. September 2019)

Nun kommt die Zeit, in welcher man zuhause angekommen ist und sich selbst die Frage stellt, wie es denn weitergehen soll. Denn denkt man darüber nach, hat sich in fast elf Monaten vieles verändert. Vielleicht fühlt es sich sogar ein wenig komisch an wieder zuhause zu sein. Für Mich hat es sich fast schon befremdlich angefühlt in einem Zug der Deutschen Bahn zu sitzen, so viele Fahrräder zu sehen und auf endlos weite Felder zu blicken, die eine unserer deutschen Supermarktketten, nur ein paar Meter von sich entfernt hatten.

Nun, nicht nur die Landschaft fühlt sich befremdlich an. Auch Menschen können sich verändert haben, so wie man auch sich selbst verändert hat. Damalige Freunde könnten nun andere Interessen haben, und sich mit neuen Freunden umgeben. Menschen von denen man nur Gutes dachte, stellen sich als nicht mehr ganz so toll heraus. Leute von denen man dachte, man würde sie kennen, haben sich über die Zeit in der man weg war, zu Fremden entwickelt. Leider sind dies nur wenige von unendlich vielen Problemen, die Austauschschüler haben, wenn es um Reintegration geht. Wenn einem bei jeder Situation, bei jedem Schritt etwas aus seinem Auslandsjahr einfällt, dass man vermisst und man sich danach sehnt. Jedoch gibt es glücklicherweise Personen, die einem immer zur Seite stehen, für einen da sind, sich um einen sorgen und helfen, unterstützen, wo es nur geht. Ob nun die eigene Familie, alte oder neue Freunde.

Ein Beispiel zu meinen Schwierigkeiten, die auf mich in Deutschland wieder gewartet haben, war meine alte Schule. Das Anton-Bruckner-Gymnasium, ein Ort, der sich für 6 Jahre wie ein bekannter, gemütlicher, und natürlich manchmal auch schwieriger Part aus meinem Alltag angefühlt hat, stellte sich leider als befremdlich heraus. Deswegen habe ich mich dazu beschlossen, die Schule zu wechseln.

Anders als mein altes Gymnasium, hat mich das Ludwigsgymnasium herzlich und gerne aufgenommen. Es hat verstanden und akzeptiert, dass Englisch eine meiner Stärken ist und darauf geachtet, dass ich mich so gut wie es nur geht wohl fühle. So kam es dazu, dass ich nun ausgestattet mit meinem Wunsch, welcher mir davor nicht gewährt werden konnte oder wollte, glücklich in die Oberstufe starten kann. Ein Englischseminar war mir wichtig, da mein späterer Weg nach der Schule darauf aufbauen kann. Noch wichtiger war mir aber das Gefühl, welches ich jeden Morgen haben würde, wenn ich meine Schule betrete. An einem Gymnasium, das mir kein gutes Gefühl versprochen hat, konnte ich nicht bleiben, geschweige denn meine zwei Oberstufenjahre verbringen. Nun steht mir am Luggi ein aufregender Neuanfang entgegen, welchen ich nach den Sommerferien mehr als nur gerne starten werde. Vielen Dank dafür.

Manchmal ist es für Austauschschüler wichtig zu wissen, wann ein Neuanfang eine passende Möglichkeit bietet. Bei mir war es der Schulwechsel. Bei anderen werden es womöglich auch andere Faktoren sein, wie zum Beispiel Freunde. Ein Neuanfang, wie er sich bei mir ergeben hat, kann einer der vielen Wege sein, wie Austauschschüler mit ihrer Reintegration umgehen. Ein schlechter Weg ist es definitiv nicht.

Oft erwischt man sich selbst, wie man in Gedanken zu diesen besonderen elf Monaten zurückwandert, alte Bilder ansieht und bei all den Erinnerungen an die besonderen Erlebnisse lächelt. Ein bisschen Fernweh hat noch nie jemandem geschadet, solange man sein eigenes Leben in seiner Heimat nicht vergisst und genauso sehr genießt wie sein Abenteuer im Ausland.

 

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