Ausbildungsbörse "Oabat" gibt es immer: Ein Start-Up trotzt der Krise

Die vier Gründer von "Oabat": (v.l.) Frederik Stoiber (28), Nikolas Adjan (22), Veit Heller (23) und Benedict Ammer (32). Foto: Oabat

Aus einer spontanen Idee bei einer Runde Schafkopf haben vier junge Männer aus Ostbayern das Start-Up "Oabat" entwickelt. Die Ausbildungsbörse soll Firmen und Azubis mithilfe einer App unkompliziert zusammenbringen - und ist in der Corona-Krise plötzlich sehr gefragt.

Geboren wurde die Idee für "Oabat" bereits im Jahr 2018 und damit lange, bevor Sars-Cov-2 ein Thema wurde. "Das war bei einer abendlichen Runde Schafkopf", erinnert sich Veit Heller. Der 23-jährige Regensburger ist einer der Mitgründer und Geschäftsführer von "Oabat" und war damals mit am Tisch. "Einer unserer Spezln, der gerade sein Abitur gemacht hatte, berichtete an diesem Abend frustriert von seinem Praktikum in einer Schreinerei. Das hat uns alle sehr überrascht, da er handwerklich unglaublich begabt ist und auch schon länger wusste, dass er einmal Schreiner werden will. Aber in dem Praktikum verbrachte er die meiste Zeit nur mit Maschinen und nicht mit Handarbeit. Er war deswegen kurz davor, hinzuschmeißen und stattdessen Ingenieurswissenschaften zu studieren", beschreibt Heller die Situation. "Wir konnten ihn dann aber überzeugen, noch ein zweites Praktikum zu versuchen. Diesmal bei einer kleineren Schreinerei. Und siehe da: Das war perfekt für ihn!"

Die Heimatverbundenheit im Namen

Die Erkenntnis, dass sich dieselbe Ausbildung in verschiedenen Betrieben fundamental unterscheiden kann, führte schließlich zur Idee und Gründung von "Oabat". Neben Veit Heller sind an dem Start-Up auch drei seiner "Spezln" beteiligt: Nikolaus Adjan (22) aus Fürstenstein, Frederik Stoiber (28) aus Passau und Benedict Ammer (32) aus Cham. "Wir wollten Ausbildungssuchenden die Möglichkeit geben, den Berufsalltag bei den Arbeitgebern ihrer Region bereits vor der Bewerbung zu erleben", fasst Veit Heller das Ziel von "Oabat" zusammen. Mit dem Namen, der bei Nicht-Bayern wohl erstmal für Stirnrunzeln sorgen dürfte, wollen er und seine Mitstreiter explizit auf ihre Wurzeln im Bayerischen Wald hinweisen. "Wir sind keine Fans von abstrakten Namen. Und als 'Oabat' in den Raum gerufen wurde, war das einfach perfekt. Schließlich geht es genau darum - die richtige Oabat zu finden."

Das Geschäftsmodell von "Oabat" ist relativ einfach: Firmen können sich ein Profil erstellen, anschließend Beiträge posten und so Einblicke in ihr Unternehmen gewähren. Außerdem ist es möglich, gleich einen Online-Bewerbungsprozess für offene Stellen und Ausbildungsplätze zu integrieren. Schüler und Azubis wiederum können sich Ausbildungsplätze in ihrer Umgebung anzeigen lassen und dann dafür bewerben. Über eine Chatfunktion ist es auch möglich, die jeweilige Firma direkt zu kontaktieren.

Wegen Corona zunächst kostenlos

Aufgrund der besonderen Umstände durch die Corona-Krise haben Veit Heller und sein Team außerdem beschlossen, "Oabat" zunächst kostenlos anzubieten. "Die aktuelle Situation ist für alle schwierig. Schulen wurden geschlossen, Bildungsmessen abgesagt und Praktika gibt es momentan so gut wie keine. Das macht es für Jugendliche schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Hier wollen wir mit 'Oabat" etwas Abhilfe schaffen, um Betriebe und Azubis zusammenzubringen. Wir haben uns deswegen entschieden, bis zum Ausbildungsstart am 1. September kein Geld zu verlangen", erklärt Heller.

Das Interesse an der App ist offenbar da: Im März ging "Oabat" mit zunächst etwa 30 teilnehmenden Firmen an den Start. Mittlerweile ist diese Zahl auf über 170 angewachsen. Darunter sind auch große Unternehmen wie BMW, Infineon, Strama oder Kermi. Auch die Zahl der abgegebenen Bewerbungen hat sich laut Heller in den ersten zwei Monaten von 151 auf knapp 290 fast verdoppelt. Die Tendenz ist weiter stark steigend. Die gute Entwicklung trotz der Krise ist für Heller und sein Team auch eine Bestätigung, dass sie mit "Oabat" auf dem richtigen Weg sind: "Wir hoffen, dass wir so bis zum Ausbildungsstart noch vielen Schülern einen Ausbildungsplatz vermitteln können."

Info: 

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