Auftritt in Straubing Interview mit Harry G: „Ciao, servus, ich backs!“

Harry G spielt am 10. November in der Joseph-von-Fraunhofer-Halle in Straubing. Foto: Christian Brecheis

Bevor Markus Stoll in seiner Rolle als Harry G bekannt wurde, war er unglücklich in seinem Job als Kaufmann. Heute hat der 39-Jährige einen festen Platz in der deutschen Comedy-Szene. Am Samstag, 10. November, erklärt er den Straubingern in der Joseph-von-Fraunhofer-Halle, was der moderne Mensch so alles treibt, ohne zu merken, dass er ein „riesen Rindviech“ ist.

Verwandeln Sie sich durch den Hut auf dem Kopf von Markus Stoll zu Harry G?

Harry G: Ich schimpfe eigentlich auch im normalen Leben gern. Ich wünschte, ich würde weniger schimpfen. Aber zum Glück habe ich eben – im Gegensatz zu anderen Menschen – den Harry G mit Hut, in den ich mich verwandeln kann und zumindest ein Drittel der Themen, die mich nerven, „rausschimpfen“ darf.

Nur ein Drittel?

Harry G: Ich als Markus Stoll könnte mich natürlich auch stundenlang über den Verkehr aufregen. Aber das wäre für Harry G ein etwas zu langweiliges Thema.

Sie sind in der Oberpfalz, in Regensburg, geboren. Was hat Sie dann nach Oberbayern an den Schliersee verschlagen, wo Sie einen Großteil Ihrer Kindheit verbracht haben?

Harry G: Mein Opa ist vom Tegernsee. Meine Mama hat in Schliersee gelernt. Deshalb waren wir da oft am Wochenende. Unter der Woche bin ich in Regensburg ganz normal zur Schule gegangen. Wirklich weggegangen von Regensburg bin ich dann erst zum Studieren. Ich habe in Innsbruck BWL fertig studiert und war dann Diplom-Kaufmann. Ich habe fünf Jahre lang in diesem Job gearbeitet, bis ich dann irgendwann gesagt habe: „Leckt's mich am Arsch! Ciao, servus, i backs!“ Ich habe mich damals viel über den Job aufgeregt und über das Leben überhaupt. Bis ich irgendwann gemerkt habe, dass das auch nicht gesund ist. Dann habe ich es eine Zeit lang als Selbstständiger versucht, bin da aber eigentlich zu nichts gekommen. Über Umstände kam ich dann zur Comedy.

 

Harry G in Aktion bei einem seiner Auftritte. Foto: Christian Brecheis

 

Mittlerweile leben Sie ja in München.

Harry G: Genau, ich bin in München sesshaft geworden. Hier sitzen einfach alle, zum Beispiel viele Fernsehsender. Und auch für meine Auftritte in Bayern ist München ein guter Ausgangspunkt. Wenn ich im obersten Franken wohnen würde, dann würde es auch nerven, wenn ich für einen Auftritt bis nach Garmisch fahren müsste.

Besteht die Gefahr, dass Sie selbst mal ein Isarpreiß werden?

Harry G: Nein. Die Gefahr war ja schon da, als ich damals Kaufmann war. Ich hab die Gefahr aber quasi umschifft, indem ich über diese Leute nur noch gelästert habe. Aber dann gleich so vehement über sie gelästert habe, dass ich in diese Rolle des Harry G gefallen bin. Wenn ich in München unterwegs bin und auf Isarpreißn treffe, dann haben die schon Angst vor mir. Ich habe also mein Soll erfüllt.

Waren Sie schon immer lustiger als andere?

Harry G: Ich habe schon immer gerne andere Menschen unterhalten. Ich war zwar jetzt nicht der Klassenclown, aber habe zum Beispiel schon immer gerne andere Dialekte nachgemacht.

 
 

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