Auftritt in Straubing Interview Teil 2: Harry G über Straubing

Ist es anstrengend, wenn die Leute erwarten, dass man immer lustig ist?

Harry G: Tatsächlich merke ich oft, wenn ich nach einem Auftritt Autogramme schreibe, dass die Leute überrascht sind, dass ich nicht mehr so bin, wie auf der Bühne, sondern ruhiger.

Waren Sie – neben Ihren Auftritten – auch schon mal privat in Straubing?

Harry G: Moment mal, ich bin in Regensburg groß geworden. Wir waren früher jedes Wochenende in der Diskothek Max, da wo heute das Stars ist. Das Max war früher echt bekannt. Da sind sogar Leute aus München hingefahren. Und im Gäubodenvolksfest war ich natürlich auch schon oft. Auch heuer war ich mal kurz da. Ich gehe eigentlich jedes Jahr einmal aufs Gäubodenvolksfest.

Sie gehen nach Ihren Auftritten gerne mal feiern in der jeweiligen Stadt. Wie hat Ihnen das theSin in Straubing gefallen?

Harry G: Ja, das ist eigentlich nicht mehr meine Welt. Man denkt sich so: „Wow, hier sind ja krass junge Leute!“ Und dabei vergesse ich voll, dass ich selbst ja schon 40 werde. Keine Wunder also, dass da alle so jung sind.

Was würden Sie Ihrem 20-jährigen Ich raten?

Harry G: Ich würde sagen: „Mach alles genau so, wie du es gemacht hast, aber überlege davor ein bisschen länger.“ Ich bin nämlich ein Impuls-Mensch und mach Dinge oft zu schnell. Zum Glück ist aber alles so gekommen, wie es auch kommen sollte. Ohne meine Kündigung damals im Job und ohne meine Durststrecke als Selbstständiger wäre ich heute nicht der, der ich bin.

 

Die Straubinger dürfen sich bei Harry Gs Auftritt auf ein abwechslungsreiches und lustiges Programm freuen. Foto: Christian Brecheis

Wie nervös sind Sie vor einem Auftritt?

Harry G: Nervös bin ich nicht mehr, weil ich das Programm „#HarrydieEhre“ schon mindestens 150-mal gespielt habe. Ich sehe den Auftritt einfach als Herausforderung, weil man nie weiß, was passiert. Es macht mir einfach Spaß und ich hab Bock drauf.

Ist dann bei einem Auftritt schon mal etwas schief gegangen?

Harry G: Es ist schon einiges schief gegangen. Je größer die Bühne ist, umso routinierter sind auch die Techniker. Bei den kleinen Bühnen geht aber unglaublich viel schief. Einmal habe ich mich hinter der Bühne selbst ausgesperrt. Ich hatte aber kein Handy dabei und nur ein T-Shirt an – es war Winter. Dann haben sie mich nicht mehr gefunden und ich bin draußen um die Halle gerannt. Schließlich bin ich ohne Mikrofon durch den Haupteingang reingegangen, von hinten durch das Publikum auf die Bühne und habe gesagt: „Entschuldigung, ich hab mich ausgesperrt!“ Mein Manager ist natürlich schon durchgedreht, weil er nicht wusste, wo ich bin.

Waren Sie schon immer eine kleine Rampensau?

Harry G: Ich war Einzelkind. Ich glaube, das macht auch etwas aus. Einzelkinder haben zwar Freunde, aber wenn die heimgehen, bleiben nur noch die Eltern. Da fängt man dann automatisch an, sie zu unterhalten und sucht nach Aufmerksamkeit. Ich habe mich zum Beispiel gerne hingestellt und Play-back zu Songs gesungen. Deshalb würde ich nicht sagen, dass ich eine Rampensau bin, aber ich unterhalte einfach gern.

Wie laden Sie ihre Batterien wieder auf?

Harry G: Energie tanken tue ich hauptsächlich in der Natur. Wenn es das Wetter zulässt, radle ich oder fahre in die Berge. Im Winter fahre ich Ski. Ich sitze aber auch einfach gern in einem Café in München und schaue mir die Leute an.

Auf was dürfen sich die Straubinger am 10. November freuen?

Harry G: Auf hoffentlich keine technischen Aussetzer, wie ich sie gerade beschrieben habe. Die Straubinger dürfen sich einfach auf ein sehr abwechslungsreiches und lustiges Programm freuen, wo es zwei Stunden lang direkt auf die Zwölf gibt. Da wird keinem langweilig, da ist Energie da, da tut es teilweise weh. Aber ich glaube, der Straubinger weiß ganz genau, wie er den Humor nehmen muss. Und bei sehr vielen Themen, die ich anschneide, kann der Straubinger genauso mitreden. Da geht’s nicht nur um Isarpreißn und Großstädter, sondern es geht um allerlei Formen des modernen Lebens. Ob das Yoga ist oder Smoothies oder Crossfit. Ich meine all die Dinge, die der moderne Mensch macht, ohne dass er merkt, dass er eigentlich ein „riesen Rindviech“ ist.

 
 

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