Aufstieg oder nicht? Bei den Eisbären Regensburg wird zweigleisig geplant

Die Eisbären Regensburg haben in dieser Saison bislang viel Grund zu jubeln. Foto: fotostyle-schindler.de

Das junge Team der Eisbären Regensburg mischt in der Oberliga Süd ganz vorne mit. Im Hintergrund laufen die Planungen für die neue Saison – zweigleisig für die Oberliga und einen möglichen Aufstieg in die DEL2.

Es war Werbung für den Eishockey-Sport, was die Eisbären Regensburg und der EV Landshut am Sonntagabend in der Donau Arena betrieben haben. Packend, torreich, emotional war das Ostbayernderby. Jubeln durfte letztlich der Gast aus Niederbayern und stürzte damit die Eisbären von Platz eins in der Oberliga Süd. Doch für die Regensburger ist das keineswegs ein Beinbruch, schließlich spielt das junge Team von Trainer Igor Pavlov ohnehin besser, als es mancher vor der Saison vermutet hätte.

Platz eins kein Muss

„Es gibt nicht viel auszusetzen“, sagt Christian Sommerer, Geschäftsführer der Eisbären, über die bisherige Saison. Gerne hätte er natürlich auch nach Sonntag auf Platz eins gestanden. „Aber man muss sehen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, die sich noch entwickelt.“ Dementsprechend sei es natürlich der Wunsch, am Ende das Klassement anzuführen. „Wenn wir es nicht schaffen“, so Sommerer, „dann wird aber auch niemand böse sein.“

Die Eisbären haben in dieser Saison einen Riesensprung gemacht. Vergangene Saison noch Tabellensiebter am Ende der Meisterrunde, sind die Oberpfälzer nun ganz vorne dabei. Das Ergebnis akribischer Arbeit im Sommer. Der Etat wurde sogar zurückgefahren, dennoch gelang der Leistungssprung. Die Eisbären sind ein gutes Beispiel dafür, dass Geld nicht alles ist, wenn die richtigen Leute am Werk sind und eine Idee verfolgen. „Es war unser Plan, zu zeigen, dass Geld nicht entscheidend ist“, so Sommerer.

Eisbären-Planung: Jugend pur!

Die Planung der Eisbären lässt sich gut in zwei Worten beschreiben: Jugend pur! Von den insgesamt zehn Neuzugängen war außer Kontingentstürmer Richard Divis kein einziger älter als 23. Dazu bekamen die Talente aus dem eigenen Nachwuchs ihre Chance. Sechs Eigengewächse debütierten in dieser Saison in der Oberliga Süd. „Die erste Frage von Igor Pavlov bei Gesprächen über potenzielle Neuzugänge war immer die nach dem Alter“, verrät Sommerer. Der Trainer wollte unbedingt mit jungen Spielern arbeiten. „Junge Spieler können zum einen schnell regenerieren, sie sind aber vor allem willig und wollen dahin, wo auch wir als Verein hinwollen“, so der Geschäftsführer. Pavlov sei zudem ein „super Ausbilder“, der die jungen Spieler weiterentwickeln möchte.

Nach dem Alter achteten die Verantwortlichen vor allem auf den Charakter der Spieler. „Sofern es aus der Ferne zu beurteilen war, haben wir uns darüber informiert, welcher Typ der Spieler ist“, sagt Sommerer. „Igor will vor allem eine funktionierende Mannschaft, in der jeder seine Rolle ausfüllt, unabhängig von der Reihe oder dem Alter.“

Für Teambuildung: Pavlov verzichtet auf Monatsgehalt

Auch Teambuilding ist Pavlov sehr wichtig. So war die gesamte Mannschaft kürzlich beim Finale der Champions Hockey League zwischen Frölunda HC und dem EHC Red Bull München in Göteborg. „Igor wollte die Mannschaft belohnen und einfach mal raus aus dem Alltag“, sagt Sommerer. Die Reise wurde zusätzlich zum Etat von Sponsoren finanziert – und Pavlov verzichtete dafür auf ein Monatsgehalt.

Aktuell laufen im Hintergrund natürlich schon die Planungen für die kommende Saison. Und da planen die Eisbären zweigleisig. Für die Oberliga, aber auch für einen möglichen Aufstieg in die DEL2. Zwei, drei Wochen braucht Sommerer noch, um alle Sponsorengespräche zu führen. „Aber Stand heute sieht es so aus, dass die DEL2 machbar ist.“

Sommerer: "Regensburg kann Zweitliga-Hockey vertragen"

„Regensburg kann Zweitliga-Hockey vertragen“, ist Sommerer überzeugt. Für den Verein wäre es „ein wichtiger Schritt nach vorne. Das könnte dem gesamten Standort inklusive Nachwuchs einen Schub geben.“ Mit 15 Spielern des aktuellen Kaders haben die Eisbären bereits verlängert, mit weiteren wird noch gesprochen. „Wir trauen der Mannschaft mit der einen oder anderen Ergänzung auch die DEL2 zu“, betont Sommerer. Die Mannschaft will hoch, der Trainer will hoch, der Verein will hoch – und die Fans sowieso. Jetzt zählt, was die Mannschaft auf dem Eis zeigt.

 

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