Am kommenden Donnerstag nimmt beim BRK Straubing-Bogen der neue Geschäftsführer die Arbeit auf. Er heißt Markus Eckhart, war zuletzt Geschäftsführer beim Arbeiter Samariter Bund in Orsenhausen-Biberach und: Er wird viel zu tun haben in Straubing.

"Eigentlich", sagt ein BRK-Insider, "müsste er aufräumen." Der Insider ist einer von etlichen BRK-Leuten, mit denen das Tagblatt in den vergangenen Tagen gesprochen hat. Alle sagen das Gleiche: Es brodelt im BRK, und zwar schon lange. "Das ist nicht akut gekommen", sagt der Insider, "das ist schön langsam wärmer geworden. Und jetzt ist es heiß."

Zum Teil dürfte der neue Mann informiert sein über die Aufräumarbeiten. Finanziell steht das BRK derzeit nicht allzu gut da. Im Flurfunk kursierten dazu so intensive Gerüchte, dass der im Herbst zu einem privaten Rettungsdienst gewechselte langjährige Geschäftsführer Jürgen Zosel sich zu einem Statement genötigt sah: "Nein, ich habe keine Millionen unterschlagen, irgendetwas angestellt, jemand belästigt oder sonst was" schrieb er auf Facebook, verwies auf den Verleumdungsparagrafen und darauf, dass er selbst gekündigt hatte und nicht gekündigt wurde. Doch ganz ohne Grund kamen die Gerüchte nicht.

Der BRK-Kreisverband hat schon das Geschäftsjahr 2019 mit Verlust abgeschlossen. Zur genauen Klärung hatte der Kreisvorstand eine interne Revision durch die Landesgeschäftsstelle München veranlasst. Ergebnis: Der Verlust, erklärt der Münchner Sprecher Sohrab Taheri-Sohi, „ist die Folge eines deutlich erhöhten Personalaufwandes in verschiedenen Tätigkeitsfeldern, denen im Jahr 2019 keine ausreichende Refinanzierung gegenüberstand.“ Im BRK ist unter Zosel ein zu teurer Wasserkopf gewachsen.

Anonymes Schreiben spricht von Ellbogen-Geschubse

Auch 2020 sind die Zahlen rot. „Wir haben kein gutes Jahr gehabt“, sagt Alfred Reisinger, ehrenamtlicher BRK-Kreisvorsitzender und Altlandrat, „Sie können sich vorstellen, dass man zu kämpfen hat in dieser Zeit.“ Er meint die Pandemie. Erst auf Nachfrage räumt Reisinger ein: „Dass vielleicht da und dort eine Stelle zu viel geschaffen worden ist, das kann schon sein, das ist richtig.“

Eine Hauptaufgabe des neuen Geschäftsführers wird deshalb sein, Kosten zu senken. Das ist der Hintergrund, vor dem man ein anonymes Schreiben wohl lesen muss, das vor knapp zwei Wochen bei unserer Zeitung einging.