Was heißt eigentlich...? Da beißt die Maus keinen Faden ab

Bedeutung: dagegen ist nichts zu machen, das ist so, das ist unabänderlich.

Herkunft: Für die Herkunft dieser Redewendung gibt es mehrere Erklärungen. In der altägyptischen Fabel „Der Löwe und die Maus“ (2. Jhd. n. Chr.) rettet die Maus den in einem Netz gefangenen Löwen, indem sie die Fäden des Netzes durchbeißt. Hätte die Maus keinen Faden abgebissen, wäre der Löwe unabänderlich in dem Netz gefangen geblieben.

Eine weitere Erklärung findet sich im Bauernkalender. Der 17. März, Namenstag der Heiligen Gertrud, Schutzpatronin gegen Mäuse- und Rattenplagen, markiert den Anfang des Frühlings und damit – durch den Beginn der Feldarbeit – das Ende der winterlichen Spinnarbeiten. Der Legende nach hörte Gertrud an diesem Tag mit dem Spinnen auf, damit die Maus nicht den Faden entlangläuft und ihn abbeißt. Die Redensart verdeutlicht so den unabänderlichen Wechsel der Jahreszeiten. Eine dritte Erklärung ist, dass die Redewendung auf die früher gebräuchlichen Mausefallen im Feld zurückgeht. Diese waren so angelegt, dass die Maus einen Faden, der bis unter die Erde ragte, für eine Wurzel hielt und an diesem entlang knabberte, bis die Falle zuschnappte.

Ein weiterer Ursprung dieses Ausdrucks findet sich schließlich in der Bibel. Was in der Bibel schwarz auf weiß gedruckt stand, war richtig und man hielt sich strikt daran. Die einzelnen Seiten der Bücher waren damals nicht geklammert oder geklebt, sondern wurden mit Fäden zusammengeheftet. Biss nun die Maus den Faden ab, fehlten bald einige Seiten und der Inhalt war nicht mehr vollständig. Konnte hingegen die Maus keinen Faden abbeißen, weil die Bücher gut aufbewahrt wurden, war die Auslegung der Bibel unabänderlich und eindeutig. Über den Inhalt ließ sich also nicht mehr streiten.

 
 

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