Attentat Gedenken: Regierung bedauert Absage der Hinterbliebenen

Am Erinnerungsort zum Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 stehen junge Frauen. Foto: Stefan Puchner/dpa-Pool/dpa/Archivbild

Die Bundesregierung hat mit Bedauern auf die Absage der Hinterbliebenen des Olympia-Attentats von 1972 zur Teilnahme an der Gedenkfeier in München reagiert. Man sei bereit zu weiteren Gesprächen, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin. "Die Bundesregierung verleiht ihrer Hoffnung Ausdruck, dass ein Weg gefunden wird, damit sich die Hinterbliebenen doch noch entschließen können, an der Gedenkveranstaltung am 5. September teilzunehmen."

Nach Medieninformationen wollen die Angehörigen der Opfer die offizielle Gedenkfeier zum 50. Jahrestag des Terroranschlags boykottieren. "50 Jahre Schmähung, Lügen, Erniedrigung und Abweisung durch die deutsche Regierung und insbesondere bayerische Behörden sind mehr als genug für uns", schrieben Ankie Spitzer und Ilana Romano in Vertretung aller Opferfamilien laut "Bild"-Zeitung in einem Brief an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Hintergrund ist ein seit langem schwelender Streit um Entschädigungszahlungen, sagte Spitzer dem "Spiegel".

Zuletzt schien zunächst Bewegung in den Konflikt gekommen zu sein, nachdem den Familien der Opfer weitere Zahlungen in Aussicht gestellt worden waren. Doch auch das neue Angebot der Bundesregierung, des Freistaats Bayern und der Stadt München bezeichnete Spitzer bereits als "Beleidigung". Dem Vernehmen nach stand eine Summe von zehn Millionen Euro im Raum, auf die Zahlungen aus den Jahren 1972 und 2002 in Höhe von rund viereinhalb Millionen Euro angerechnet werden sollten.

"Ich bin der Auffassung, dass die Bundesregierung den Angehörigen und Hinterbliebenen des Olympia-Attentats ein faires Angebot gemacht hat", sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Es ist an der oberen Grenze dessen, was man heute als Opfer einer terroristischen Straftat bekäme." Hinzu komme die Bereitschaft, eine Historiker-Kommission einzurichten und die Ereignisse von 1972 noch einmal historisch-politisch aufzuarbeiten. Dabei sei die Bundesregierung bereit, für die Zusammensetzung der Kommission personelle Vorschläge anzunehmen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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