Astronomie Sternschnuppenschauer und Explosionen - die Himmelsphänomene 2021

Himmelsphänomene, die uns 2021 erwarten. Hier zu sehen: eine ringförmige Sonnenfinsternis. Foto: Chiang Ying-Ying/AP/dpa

Wir geben einen Überblick über Himmelsphänomene im kommenden Jahr – und erklären, warum es am 2. Januar nicht wärmer wird, auch wenn wir da der Sonne am nächsten stehen. 

Das Jahr 2021 wird ein schönes Jahr – zumindest was die Möglichkeit anbelangt, Sternschnuppen zu beobachten und sich etwas zu wünschen. Egal, ob sie in Erfüllung gehen, zumindest könnte es helfen, sich über seine eigenen Wünsche etwas klarer zu werden. Wenn das Jahr trotz alledem nicht so gut laufen sollte, liegt es jedenfalls nicht an den Sternenkonstellationen.

So nah an der Sonne und doch so kalt

Zunächst startet der kosmische Jahreskalender fast gewöhnlich mit dem 2. Januar. Hier stehen wir der Sonne so nahe wie sonst nie in diesem Jahr. Ein Blick aufs Thermometer wird vermutlich etwas anderes verraten. Das hängt damit zusammen, dass die Entfernung zur Sonne nur minimal abweicht im Jahresrhythmus, gerade einmal ein paar Millionen Kilometer. Das ist im Vergleich zur gesamten Entfernung zur Sonne von 147 Millionen Kilometern fast nichts. Daher richten sich die Jahreszeiten auch nicht nach der Entfernung zur Sonne.

Dass es winterliche Temperaturen in der Nähe der Sonne gibt, hängt mit dem Winkel der Erdachse zur Sonne zusammen. Die nördliche Halbkugel, auf der wir uns befinden, ist aufgrund der Schräge der Achse von der Sonne etwas weggeneigt. Daher prallt die Sonnenstrahlung leichter von unserer Erdkugel ab.

Steilere Sonnenstrahlen sorgen    für eine warme Karibik

Im Sommer ist das Gegenteil der Fall: Die warmen Sonnenstrahlen fallen in einem viel steileren Winkel auf die Erde und werden dadurch intensiver. Das heizt auf, gerade den Ozean. Daher ist es in der Karibik auch so warm. Die Astronomen bezeichnen die Stellung der Erde an ihrem sonnennähesten Punkt auch mit Perihel. Das Gegenteil im Sommer heißt Aphel.

Sternschnuppenschauer und schaurige Nächte

Das Aphel wird eingeleitet durch den kalendarischen Frühjahrsbeginn, der in 2021 auf den 20. März fällt. Dann steht die Sonne genau über dem Äquator. Hier sind die Tage und Nächte gleich lang, ab da neigt sich die Nordhalbkugel stärker der Sonne zu als die Südhalbkugel. Die Meteorologen, die das Wetter erforschen, verlegen den Frühlingsbeginn auf den 1. des jeweiligen Monats, damit sie vier Jahreszeiten von etwa gleicher Länge haben, um sie statistisch besser vergleichen zu können.

Die nächsten zwei Tage am 3. und 4. Januar können besonders nachts Meteorschauer von bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Grund dafür sind die Quadrantinen, das sind Bruchstücke, die der Asteroid 2003 EH auf seiner Umlaufbahn verloren hat und durch die nun die Erde fliegt. Die Brocken verglühen in unserer Atmosphäre und versuchen dabei natürlich, Wünsche zu erfüllen. 120 pro Stunde. Am besten lassen sich die Sternschnuppenschauer beobachten, wenn das Umgebungslicht möglichst gering ist, also außerhalb von Städten, idealerweise auf Berggipfeln oder neben dem höchsten Teleskop der Welt, dem University of Tokyo Atacama Observatorium in Chile auf 5 600 Metern Höhe. Dafür sind auch eine warme Decke und eine gemütliche Liegemöglichkeit gut.

Wer seinen Freund oder seine Freundin erst danach kennenlernt, hat noch ein paar Gelegenheiten, ihm oder ihr den Sternenhimmel zu zeigen. Der Lyriden-Meteorschauer besucht die Erde in der Nacht zum 23. April, dort gibt es allerdings nur bis zu 18 Schnuppen pro Stunde. Bis zu 50 werden es wieder in der Nacht zum 6. Mai, bis zu 150 pro Stunde zum 13. August und ein paar zum 9. Oktober.

Der Mond leuchtet: Da-Vinci-Glow

Dann gibt es noch die sogenannten Erdscheinnächte. Wenn vom Mond nur eine Sichel zu sehen ist, erkennt man dennoch, dass es sich um einen runden Himmelskörper handelt, da der Rest des Mondes ebenfalls sichtbar wird. Das kommt daher, dass die Erde wie auch der Mond Sonnenlicht reflektiert und zum Mond schickt, das hellt ihn etwas auf. Im April und Mai gibt es vermehrt Wolkenbildung, die die Sonnenstrahlen auf den Mond reflektieren können. Da das Leonardo da Vinci im 16. Jahrhundert erklärt hat, nennen es die Kosmologen auch den Da-Vinci- Glow.

Mögliche Sternenexplosion aus weiter Ferne

Dunkel wird’s am helllichten Tag noch am 10. Juni über Nordamerika und Europa bei einer sogenannten ringförmigen Sonnenfinsternis. Mit etwas Glück ist auch noch im Jahr 2021 eine Sternenexplosion in dem Sternbild Schwan zu beobachten. Sie ist zwar von den Kosmologen auf 2022 terminiert, doch ein paar Monate hin und her ist da absolut üblich. Das wäre eine rote Nova, die mit bloßem Auge sichtbar wäre. Eine Explosion aus der weiten Ferne wirkt wie ein schönes Schauspiel.

Hier geht es zur gesamten Freistunde-Serie "Welt und All". 

 

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