Asien Militärjunta in Myanmar hofft wieder auf Touristen

Im Jahr 2019 reisten noch rund 4,3 Millionen Touristen nach Myanmar. Foto: picture alliance / Sebastian Kahnert/dpa

Der Putsch der Generäle stürzte Mynamar ins Chaos. Seit Pandemiebeginn sind die Grenzen geschlossen. Nun will sich das Land wieder für Urlauber öffnen. Das Auswärtige Amt warnt.

Die Militärjunta in Myanmar will trotz der anhaltenden Gewalt im Land wieder Urlauber aus aller Welt anlocken.

Seit kurzem können Interessenten aus 100 Ländern wieder online ein Touristenvisum beantragen, darunter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Experten warnen jedoch dringend davor, das frühere Birma zu besuchen.

Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Webseite: "Vor Reisen nach Myanmar wird derzeit gewarnt." Deutschen Staatsangehörigen werde empfohlen, das Land zu verlassen. Immer wieder komme es zu politisch motivierten Gewalttaten und Sprengstoffanschlägen.

"Die Generäle drängen den Tourismussektor, Werbung zu machen - aber wer wagt es denn, hier Urlaub zu machen?", sagte der Inhaber eines örtlichen Reiseveranstalters, der anonym bleiben wollte, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können in dieser Situation keine Verantwortung übernehmen."

Chaos seit Militärputsch

Das Land hatte im Zuge der Corona-Pandemie Anfang 2020 seine Grenzen geschlossen. Seit dem Putsch der Generäle und der Entmachtung von Regierungschefin Aung San Suu Kyi im Februar 2021 versinkt das frühere Birma im Chaos. Tötungen und Entführungen durch die Armee sind an der Tagesordnung. 2019 waren noch rund 4,3 Millionen Touristen in das für seine Pagoden und malerischen Landschaften bekannte Land gekommen.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hatte im März erklärt, dass sich die humanitäre Krise in Myanmar inmitten der systematischen Brutalität des Militärs weiter ausweite. "Die Wirtschaft steht am Rande des Zusammenbruchs. Über 14,4 Millionen Menschen gelten jetzt als hilfsbedürftig", sagte sie und prognostizierte, dass die Nahrungsmittelknappheit in den kommenden Monaten stark zunehmen werde.

"Einige Ausländer müssen aus geschäftlichen Gründen kommen, aber es ist unmöglich, die Tourismusbranche in dieser Krise wiederzubeleben", sagte ein Manager eines großen Konzerns. "Die Junta will zeigen, dass Myanmar stabil wird, was nicht stimmt."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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