Arbeitsmarkt Viele Abwanderer aus Gastronomie im Einzelhandel gelandet

Eine Mitarbeiterin sortiert in einem Berliner Lidl-Supermarkt Obstsorten ein. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Symbolbild

Die Corona-Krise hat einer neuen Studie zufolge vor allem Arbeitskräfte aus dem Gastgewerbe in den Einzelhandel getrieben. Allein im Jahr 2020 hätten bundesweit 216.000 Beschäftigte der Gastronomie den Rücken gekehrt, heißt es in der Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Fast 35 000 von ihnen hätten im Verkauf einen neuen Job gefunden, wo etwa die Discounter Aldi und Lidl mit Einstiegslöhnen von mindestens 14 Euro locken.

Rund 27.000 Menschen seien von der Gastronomie in das Verkehrs- und Logistikgewerbe gewechselt, unter anderem als Fahrer für Paketdienste. Etwa gleich viele hätten im Bereich Unternehmensführung angeheuert, zum Beispiel als Sekretärinnen. Der Studie zufolge sind es vor allem aber nicht nur Minijobber, die die Gastronomie verließen. Unter den Abgängen waren von Juni 2020 bis Juni 2021 auch knapp 60.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, heißt es in der Studie weiter - ein Rückgang um 10,3 Prozent.

"In keinem anderen Berufsbereich fällt der Rückgang so stark aus, weder absolut noch prozentual", analysieren die Autorinnen der Studie, Anika Jansen und Paula Risius.

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert deshalb, gezieltere Zuwanderung nach Deutschland zu ermöglichen. So müssten etwa Bewerber aus den Westbalkanländern schneller für die Arbeit in Deutschland zugelassen werden. Die Visa-Erteilung für Bewerber aus Nicht-EU-Staaten müssten insgesamt schneller erledigt werden, forderte Dehoga-Geschäftsführer Thomas Geppert. "Ich glaube, man wird die Lücke innerdeutsch nicht decken können."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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