Um auf die gefährlichen Folgen von Schlankheitswahn aufmerksam zu machen, gibt es seit 1992 am 6. Mai den internationalen Anti-Diät-Tag. Die Gesellschaft muss davon wegkommen, das Aussehen in den Mittelpunkt zu stellen, findet Professorin Eva Wunderer von der Hochschule Landshut. Sie arbeitet derzeit an einer Studie, um herausfinden, wie soziale Medien mit Essstörungen junger Menschen zusammenhängen. Denn Esstörungen gibt es inzwischen sogar schon in der Grundschule vermehrt.

Frau Professorin Wunderer, Sie beschäftigen sich seit über 20 Jahren wissenschaftlich mit Essstörungen. Welche Gruppe ist besonders betroffen?

Eva Wunderer: Es gibt Berufsgruppen wie Tänzerinnen, die besonders gefährdet sind, aber das Thema Essstörungen zieht sich quer durch die ganze Bevölkerung. Früher waren Frauen etwas mehr gefährdet, inzwischen sind es aber auch zunehmend Männer, die dem Trend zu einen möglichst muskulösen, ,definierten' Körper nacheifern. Viele machen das in einem normalen Maß, aber bei manchen nimmt es überhand, das ist dann in vielen Aspekten vergleichbar mit einer Essstörung.

Woher kommen die Schönheitsideale, möglichst schlank oder muskulös sein zu wollen? Ist das biologisch in uns verankert oder liegt das am Einfluss der Medien?