Urteil in München Gericht verwarnt Klimaaktivisten wegen Festkleb-Aktion

Ein Aktivist der Gruppe "Die letzte Generation" klebt seine Hand auf einen Zebrastreifen auf einer Zufahrt zum Frachtbereich vom Münchner Flughafen. Foto: Matthias Balk/dpa

Das Amtsgericht München hat drei Klimaaktivisten der "Letzten Generation" wegen einer Festklebaktion auf einer Straße in der Münchner Innenstadt verwarnt.

Die Angeklagten wurden zwar wegen Nötigung schuldig gesprochen, aber nicht bestraft. Die Staatsanwaltschaft hatte jeweils 25 Arbeitsstunden gefordert, die Verteidiger Freisprüche. Die drei hatten ihre Beteiligung an der Aktion im Februar dieses Jahres gestanden - und mit flammenden Plädoyers für den Kampf gegen den Klimawandel geworben.

Eine der Studentinnen sagte, sie könne "losheulen vor Angst und Wut". Sie sehe es angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels als ihre "Pflicht, dagegen anzukämpfen". "Ja, ich habe mich auf diese Straße gestellt, um Alarm zu schlagen", gestand sie. Ihr wäre es auch lieber, sie müsse das nicht tun und auch nicht deswegen vor Gericht stehen, habe aber das Vertrauen in die Politik verloren. "Wer, wenn nicht wir?", fragte sie. "Es macht sonst keiner."

Die Richterin begründete ihr Urteil so: "Mein Job ist nicht, Politik zu machen und auch nicht, Politik zu korrigieren. Mein Job ist die Rechtsanwendung."

 
 
 

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