Es begann mit einer harmlosen Personenkontrolle an einer Bushaltestelle am Bahnhof - und endete in "völligem Chaos", wie es ein Polizist am Mittwoch vor dem Amtsgericht Landshut formulierte. Seit zehn Jahren "auf der Straße im Einsatz" musste der 31-Jährige mitansehen, wie ein am Boden liegender Kollege gewürgt wurde. Der Täter, ein 38-jähriger Altdorfer, hatte sich zuvor geweigert, einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen. Als die Beamten seine Personalien aufnehmen wollten, flippte er aus.

Am ersten Verhandlungstag war allerdings auch zu vernehmen, dass Zeugen die polizeilichen Maßnahmen als übertrieben empfunden hatten. Verteidiger Dr. Thomas Krimmel kritisierte zudem, dass ein an dem Einsatz beteiligter Beamter unter anderem die Zeugenaussagen seiner Kollegen aufgenommen hat. "Ist es bei der Polizei üblich, dass man in eigener Sache ermittelt?" Angeklagt ist der 38-Jährige wegen Beleidigung, Widerstand gegen und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie vorsätzliche Körperverletzung. Die Beamten fanden bei der Kontrolle am 13. Dezember ein Klappmesser bei dem Altdorfer. Daraufhin behauptete er, dies sei nicht das einzige Messer, das er bei sich habe, und griff in seine Hosentasche.