Der medizinische Fortschritt überrollt die Strafjustiz. Dieser Eindruck ist am Donnerstag bei einem Prozess am Chamer Amtsgericht entstanden. Es ging um versuchte gefährliche Körperverletzung.

Die sollte ein homosexueller Mann begangen haben, der über 50-mal ungeschützten Geschlechtsverkehr mit seinem damaligen Partner hatte, ohne den von seiner HIV-Infektion in Kenntnis zu setzen.

Es stellte sich dem Gericht die Frage, ob und wie das zu bestrafen ist. Ein Gutachter brachte schließlich Klarheit in den Fall.