Amberger Kriminalfall Noch Fragen offen: Mordfall "Kalweit" bleibt vorerst ungelöst

Die Mordwaffe hinterließ auffällige Verletzungen - mal dreieckig, mal viereckig. Wer kann Hinweise geben? Foto: KPI Amberg

Im März 1980 wurde im Stadtgraben von Amberg die damals 38-jährige Gertrud Kalweit vergewaltigt und ermordet. Der Täter konnte nie ermitteltwerden. Im Oktober 2018 wurde eine Ermittlungsgruppe gegründet, um den "Cold Case" womöglich doch noch zu lösen. Bislang leider ohne Erfolg. 

Trotz intensiver Bemühungen konnte der Fall nach wie vor nicht vollständig aufgeklärt werden, teilte das federführende Polizeipräsidium Oberpfalz am Freitag mit. Die Beamten haben über 600 Personen überprüft, zahlreiche Gerüchte und Vermutungen ausgeräumt und 63 neue Spuren identifiziert und abgearbeitet. Dabei wurden sie auch von den Ermittlern unterstützt, die sich 1980 mit dem Fall befasst hatten. Doch trotz aller Bemühungen bleiben nach wie vor mehrere Fragen offen. Die Ermittler wenden sich deswegen erneut an die Öffentlichkeit: 

Wer kann Hinweise zu dem (Stich-)Werkzeug geben?

Besonders die auffälligen Stichverletzungen des Opfers werfen bei den Ermittlern weiterhin Fragen auf. Sie suchen immer noch nach einem unbekannten Stichwerkzeug, das unterschiedliche Verletzungsmuster hervorruft. Es dürfte sich um ein spitz zulaufendes Werkzeug handeln, das, je nach Eindringtiefe, dreieckige oder viereckige Verletzungsmuster hervorruft und deshalb auch so geformt sein muss. Mit Stichversuchen haben die Ermittler die Verletzungsmuster nachgestellt und bitten so um Hinweise zu einem möglichen Tatwerkzeug.

Wer kann Hinweise zur Ratschenverlängerung geben?

Unweit des Tatorts im Stadtgraben wurde damals eine Ratschenverlängerung mit Außenvierkant aufgefunden. Möglicherweise hat sie der Täter dort verloren. Durch moderne Technik und akribische Untersuchung konnten die Ermittler Gravuren auf der Ratschenverlängerung feststellen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Sie erhoffen sich nun Hinweise zum Ursprung bzw. zur Herkunft dieses Werkzeugs. An der Stirnseite sind u.a. folgende Schriftzüge graviert bzw. eingeritzt: „RAP“ im Kreis und „3/5“ „9 APR 80“ „DJD“.

In fast zwei Jahren Arbeit hat die Ermittlungsgruppe keinen Stein auf dem anderen gelassen - alle bislang zur Verfügung stehenden Mittel wurden ausgeschöpft. Sollten sich durch den erneuten Aufruf keine weiteren Hinweise ergeben, wird die Ermittlungsgruppe in nächster Zeit aufgelöst. Die Polizei wird Hinweisen zum Mordfall Kalweit aber natürlich nach wie vor nachgehen. Denn Mord verjährt nie. 

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading