Amazonserien-Tipp "Little Fires Everywhere" greift Klischees und Tabuthemen auf

Mia Warren (links) und Elena Richardson machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle. Foto: Amazon

In der Amazon-Mini-Serie „Little Fires Everywhere“ spielen Klischees und Tabuthemen die Hauptrolle – ohne den Zuschauer zu langweilen.

Arm trifft auf Reich. Schwarz trifft auf Weiß. Es ist das Klischee, woran sich viele Serien und Filme bedienen. So auch die Amazon-Exklusiv-Serie „Little Fires Everywhere“. Und doch ist die Mini-Serie irgendwie anders.

Darum geht’s: Mia Warren (Kerry Washington) und ihre Teenager-Tochter Pearl führen ein Nomadenleben. Ständig ziehen sie von Ort zu Ort, leben teilweise sogar in ihrem Auto. Warum? Mia ist Künstlerin und sucht sich immer neue Orte für ihre Arbeit. Als die beiden in das Mietshaus der reichen Elena Richardson (Reese Witherspoon) einziehen, fühlt sich Pearl sofort wohl und freundet sich mit den vier Kindern der Richardsons an. Sie hat genug vom ständigen Umziehen und verlangt von ihrer Mutter, endlich sesshaft zu werden. Mia gibt nach und arbeitet sogar als Hausmädchen für die Familie Richardsons.

Doch dann beginnt die Fassade der scheinbar so glücklichen Familie zu bröckeln und Mia deckt nach und nach dunkle Geheimnisse von Elena Richardson auf. Doch der passt das so gar nicht und es beginnt ein Krieg zwischen zwei Löwinnen, die an Stärke kaum zu überbieten sind.

Den Höhepunkt erreicht die Serie, als das Haus der Richardsons in Flammen steht. Diese Szene ist in der ersten Folge zu sehen. Wer Schuld am Feuer hat, erfährt man jedoch erst am Schluss.

In aller Kürze: In „Little Fires Everywhere“ treffen zwei unglaublich starke Persönlichkeiten aufeinander. Dem Zuschauer fällt es schwer, sich für eine Seite zu entscheiden.

Fazit: Das Wichtigste zuerst: „Little Fires Everywhere“ ist definitiv empfehlenswert. Nicht nur, weil Reese Witherspoon und Kerry Washington ihre Rollen so dermaßen gut verkörpern, dass man nicht weiß, ob man sie lieben oder hassen soll. Sondern auch, weil die Serie viele Tabuthemen behandelt, ohne den Zuschauer zu überfordern. Allen voran steht natürlich das Thema Rassismus, welches derzeit wieder aktueller ist denn je. Hinzu kommen Fragen nach der eigenen Sexualität, zur Abtreibung, Leistungsdruck und Familienkrisen. Es ist also salopp ausgedrückt „für jeden was dabei“. Doch es gibt ein Aber: Wirklich schade ist, dass die Serie erst ab der Hälfte spannend wird. Die ersten Folgen ziehen sich wie ein Kaugummi, weil nicht wirklich etwas Wichtiges passiert. Es gilt: durchhalten! Denn die letzten Folgen saugt man dann geradezu auf.

„Little Fires Everywhere“, eine Staffel mit acht Folgen, Dauer etwa 60 Minuten pro Folge, kostenlos verfügbar für Prime-Kunden auf Amazon Video, freigegeben ab zwölf Jahren.

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