Amazon-Serien-Tipp "Dispatches from Elsewhere" - Meisterwerk, das Augen öffnet

Zusammen mit seinen neuen Freunden Janice (Mitte) und Simone (rechts) stürzt sich Peter (links) in eine faszinierende Schnitzeljagd durch San Francisco, die ihnen dabei hilft, sich selbst zu finden. Foto: Jessica Kourkounis/AMC

Jason Segels Serie "Dispatches from Elsewhere" führte ihn selbst aus seiner Schaffenskrise und die Zuschauer auf eine tiefgründige Schnitzeljagd zum eigenen Ich.

Schauspieler Jason Segel kennen viele vor allem vor der Kamera, zum Beispiel in seiner Paraderolle Marshall in der Kult-Sitcom "How I Met Your Mother". In "Dispatches from Elsewhere" spielt er nun eine der Hauptfiguren und hat auch das Drehbuch für die durchgeknallte Serie geschrieben. Darin verarbeitet er nicht nur eine Schaffenskrise, sondern auch sein Alkoholproblem. Und er greift auf wahre Begebenheiten zurück: Denn die magische Schnitzeljagd durch San Francisco, die er in der Serie inszeniert, hat es wirklich gegeben.

Darum geht's: Peter (Jason Segel) führt ein langweiliges und freudloses Leben als Single ohne Hobbys und soziale Kontakte außerhalb seines Bürojobs. Jeder Tag verläuft für ihn gleich: aufstehen, in die Arbeit gehen, heimkommen, Essen bestellen, schlafen. Eines Tages bricht er aus diesem Alltagstrott aus, als er eine Telefonnummer wählt, die er von einem merkwürdigen Plakat abgerissen hat. Damit wird er Teil einer Schnitzeljagd, die ihn durch San Francisco führt.

Zusammen mit Transfrau Simone (Eve Lindley), Rentnerin Janice (Sally Field), dem hochbegabten Datenspezialisten Fredwynn (André 3000) und vielen anderen Teilnehmern suchen sie nach einem Mädchen namens Clara und geraten dabei zwischen die Fronten des Jejune-Instituts und der Anderswo-Gesellschaft. Dabei ist irgendwann nicht mehr klar, was wahr ist und was Spiel.

In aller Kürze: Eine Gruppe trauriger Menschen nimmt an einer Schnitzeljagd teil, die ihr Leben verändert.

Fazit: Jason Segels "Dispatches from Elsewhere" ist ein Meisterwerk, das Augen öffnet. Denn auch wenn die Serie oft ziemlich durchgeknallt ist, zum Beispiel, wenn Peter nachts mit einem Werwolf tanzt, befasst sie sich im Kern mit einem ernsten Thema: den Ängsten und Unsicherheiten, die wir alle kennen - und die vor allem auch der Schauspieler und Serienmacher Jason Segel selbst kennt.

Es geht um Versagensängste, um die Unsicherheit, ob es uns in unserer Überflussgesellschaft überhaupt schlecht gehen darf oder um die Furcht vor Vorurteilen. Dabei zeigt die Drama-Serie, dass wir auch mal verletzlich sein dürfen, vielleicht sogar sein müssen, um uns selbst zu finden.

Mit zauberhaften Bildern und liebevollen Charakteren entführt Jason Segel die Zuschauer wie seine Hauptfigur Peter aus ihrem Alltagstrott und sorgt dafür, dass diese Botschaft auch beim Zuschauer ankommt. Umso faszinierender wird die Serie zusätzlich durch die Tatsache, dass es die Schnitzeljagd durch San Francisco wirklich gegeben hat.

Denn ein Künstler namens Jeff Hull hat das Alternativweltspiel 2008 in der kalifornischen Stadt entworfen und damit mehrere Jahre lang über 1 000 Teilnehmer erreicht. Darüber gibt es auch eine sehr empfehlenswerte Doku namens "The Institute", die wohl auch Jason Segel gesehen hat und so seine Schaffenskrise überwunden hat. Dieses Feuer, das das Spiel in ihm entfacht hat, möchte er mit "Dispatches from Elsewhere" weitergeben, wie er in mehreren Interviews betont. Und das ist Jason Segel wirklich gelungen. Wenn du dich auf die Serie einlässt, kannst du dir sicher sein: Sie wird dein Leben verändern! -dv-

"Dispatches from Elsewhere", Drama-Serie, zehn Folgen in einer Staffel, verfügbar bei Amazon Prime Video, freigegeben ab zwölf Jahren.

Auf Amazon Prime Video gibt es mehr Infos.

Hier der YouTube-Trailer:

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