Altötting-Wallfahrer 8.000 Pilger trotzen kühlen Temperaturen

Geschäftiges Treiben herrscht am Donnerstag um halb 8 Uhr morgens vor der Regensburger St.-Albertus-Magnus-Kirche. Die Pilger treffen alte Bekannte, stärken sich mit einer Brotzeit, schnüren ihre Rucksäcke. Hier beginnt nach einem Gottesdienst die 187. Fußwallfahrt des Bistums Regensburg nach Altötting.

„Ich habe extra drei Paar Socken mehr eingepackt“, erzählt Regina Wolf kurz vor dem Aufbruch. Kühles und regnerisches Wetter ist für die drei Tage der Pilgerreise angesagt. Die 41-Jährige ist noch ein Frischling unter den Wallfahrern, zum dritten Mal geht sie die 111 Kilometer nach Altötting mit. „Ich liebe es, die Marienlieder zu singen und in der Natur in mich zu gehen“, sagt die Oberpfälzerin, die bereits seit 1992 jedes Jahr mit pilgert.

Mit 70 locker dabei

Seit 21 Jahren gehört Hans Mösbauer, 46, zur Eigelsberger Altötting-Gruppe. „Wir sind eine Gemeinschaft“, sagt er. Auch mit den privaten Quartiersgebern, bei denen die Gruppe seit Jahren übernachtet, seien bereits Freundschaften entstanden. Vor der körperlichen Anstrengung fürchtet sich die Gruppe nicht. Auch Christa Zapf, die dieses Jahr 70 Jahre alt wird, marschiert mühelos mit. Eine 450 Kilometer lange Autofahrt haben Zapfs Bekannte Martin und Edith Strauß an diesem Morgen bereits hinter sich. Sie sind aus Koblenz angereist. Die beiden sind auch in ihrer Heimat begeisterte Wallfahrer und gehen seit acht Jahren die Strecke von Regensburg nach Altötting mit.

Seit 1830 Tradition

Seit 1830 existiert die Fußwallfahrt von Regensburg zur Gnadenmutter von Altötting. Dieses Jahr steht sie unter dem Motto „Sei gegrüßt, Mutter der Barmherzigkeit!“. 8.000 Teilnehmer aus dem Bistum Regensburg sowie aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern werden am Pfingstsamstag gegen halb zehn Uhr in Altötting einziehen. Beim Abmarsch in Regensburg erteilte Bischof Rudolf Voderholzer den Pilgersegen und mischte sich für die erste Etappe selbst unter die Teilnehmer. Die Fußwallfahrt ist auch logistisch ein Kraftakt. 40 Doppellautsprecher werden in der Prozession von Pilgern getragen. 30 Ordner bemühen sich um einen reibungslosen Ablauf der Wallfahrt. Die Teilnehmer können bei 15 Priestern beichten, die im Pilgerzug gehen.

Beamte der Polizeipräsidien Oberpfalz, Niederbayern und Oberbayern begleiten den gesamten Pilgerweg. Das Bayerische Rote Kreuz ist mit 14 Sanitätsfahrzeugen, zwei Rettungswägen und 60 Helfern dabei. Sechs Ärzte stehen für die medizinische Betreuung bereit. Das Pilgergepäck wird von 60 Begleitfahrzeugen transportiert. An 16 Stationen werden jeweils zwei Toilettenwagen mit insgesamt 20 Kabinen abgestellt. Die örtlichen Feuerwehren übernehmen jeweils die Versorgung mit Wasser.

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