"Schauen Sie, ein Tannenstern", ruft Klaus Stögbauer verzückt. In alle Richtungen zeigen die Nadeln des Gebildes knapp über dem Waldboden. "Das ist eine einjährige Tanne." Und sie ist nicht allein: Wo der Laie auf den ersten Blick nur Moos sieht, fängt der Forstfachmann an, Babybäume zu zählen: "Hier haben Sie bestimmt dreißig junge Tannen auf nur einem Quadratmeter", schwärmt er. "Mit einer Pflanzung kriegen Sie das nicht hin."

Die Kleinen, die aus dem Moos spitzen, haben sich hier selbst angesät. Und weil ihre Zahl so groß ist, besteht eine gute Chance, dass eine neue Generation Wald heranwachsen kann, auch wenn die Rehe im Lauf der nächsten Jahre noch an einigen der Pflänzchen nagen werden. Der Wald und das Wild - um das Verhältnis beider zueinander geht es in den forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung, die seit 1986 alle drei Jahre erstellt werden. Für den Landkreis Straubing-Bogen erledigen die Aufgabe, die im letzten Jahr wieder anstand, Stögbauer und seine Mitarbeiter.