Album-Tipp "The Miseducation of Lauryn Hill" vermischt viele Einflüsse

Hip-Hop, R’n’B, Neo-Soul und Reggae: Lauryn Hill vermischt auf ihrem Debütalbum viele Einflüsse. Foto: Patrick Straub/dpa

„The Miseducation of Lauryn Hill“ ist eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten – und wirkt bis heute in den modernen Hip-Hop nach.

Mitte der 1990er Jahre entstanden Spannungen zwischen Lauryn Hill und den anderen Mitgliedern der „Fugees“. So entschied sich die Musikerin, ein Solo-Album zu veröffentlichen.

Das ist drauf: Als die damals 23-Jährige Lauryn Hill 1998 ihr Debüt-Album „The Miseducation of Lauryn Hill“ veröffentlichte, war ihr nicht bewusst, was für einen Einfluss das Album auf die Hip-Hop-Welt haben würde, es wurde über 20 Millionen Mal verkauft. Gesegnet mit einer Stimme, die ihr selbst von Aretha Franklin Lob einbrachte, und ihrer langjährigen Rap-Erfahrung, war sie in der Lage, eine perfekte Mischung von Hip-Hop, R’n’B und Neo-Soul zu produzieren. Damals schwanger von Rohan Marley, einem Sohn von Bob Marley, hat sie das Album in den Tuff-Gong-Studios auf Jamaika aufgenommen. Dadurch haben sich auch einige Reggae-Einflüsse eingeschlichen.

„Doo Wop“, ihr bekanntestes Solo-Lied, definiert den Sound des Albums. Es sind, statt kopierten Samples, echte Instrumente zu hören. Trotzdem trägt der Beat das Lied. Lauryn Hill waren die menschlichen Elemente der Musik wichtiger als technische Perfektion. In „Tell Him“ beweist sie einmal mehr ihr Gesangstalent. Ihre Soul- und R’n’B-Einflüsse sind deutlich zu hören und auch ihre Fähigkeiten als Produzentin werden klar. Denn auch diesen Teil des Werks hat sie selbst übernommen.

Neben Carlos Santana und Mary J. Blidge ist auf dem Album auch der junge John Legend zu hören, der damals noch Musikstudent war. In Interludes am Ende von einigen Tracks bespricht eine Schulklasse das jeweilige Thema der sehr persönlichen Texte. Sie behandeln Lauryn Hills Probleme mit den anderen Mitgliedern der „Fugees“ und ihrem neugeborenen Sohn Zion.

"Tell Him" von Lauryn Hill:

In aller Kürze: Die riesige Bandbreite der Musikerin macht die Mischung auf dem Album aus R’n’B, Neo-Soul und Hip-Hop einzigartig. Obwohl es aus der goldenen Ära des Hip-Hops stammt, ist „The Miseducation of Lauryn Hill“ zeitlos.

Fazit: Fans von Old-School-Hip-Hop sind teilweise sehr enttäuscht von den Texten und Inhalten von modernem Rap. Auf die Gefahr hin wie die „Heutige Musik ist doof“-Typen zu klingen, findet dennoch viele, dass Hip-Hop so viel mehr kann, als nur oberflächlich Gewalt und Drogen zu thematisieren. Schließlich liegt der Fokus hier auf den Texten. Wenn dazu auch noch musikalische Brillanz kommt, sind die fünf Grammys gerechtfertigt, die Lauryn Hill für „The Miseducation of Lauryn Hill“ bekommen hat. Das Gute ist, dass Rap als Musikstil mit Textfokus zeitloser ist als jedes andere Genre. Bleibt zu wünschen, dass ältere Klassiker wie „The Miseducation of Lauryn Hill“ auch heute noch Zuhörer finden.

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch Leser, die Freischreiben-Autoren. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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