Aktion gegen Ukraine-Krieg Über Google Friedensbotschaften verschicken

Viele Menschen nutzen derzeit Google-Rezensionen, um Friedensbotschaften nach Russland zu senden. (Symbolbild). Foto: Lukas Schulze/dpa/dpa

In einer gerade laufenen Aktion nutzen viele Menschen Google-Bewertungen, um Gegnern des russischen Überfalls auf die Ukraine Mut zu machen. Wir haben mit einer Teilnehmerin gesprochen.

Es ist eine Aktion gegen den Krieg: Viele Menschen nutzen derzeit Google Maps, um Geschäfte und andere Einträge in Russland zu finden, und hinterlassen dann eine 5-Sterne-Bewertung mit deutlicher Friedensbotschaft. Jacqueline Selma Spieweg, Designerin und Autorin aus Berlin, beteiligt sich daran. 

"Ich stieß durch den Twitter-Account des Hacker-Kollektivs 'Anonymous' auf die Aktion", erzählt sie im Interview. "Heute konzentriere ich mich auf St. Petersburg." Wie geht sie bei der Aktion vor? "Erst suche ich mir auf Google Maps Geschäfte, Sehenswürdigkeiten oder Polizeistationen. Dann gebe ich eine Bewertung ab und kann letztlich im Textfeld der Rezension eine Botschaft loswerden." Der Gedanke dahinter sei, dass der Staat in Russland diese Bewertungen nicht kontrolliere. 

Hierfür nutze sie einen Textvorschlag von Anonymous: "An die Menschen in Russland: Wir wollen nicht mit euch kämpfen. Verstehen Sie, dass Putin in eine souveräne Nation eingedrungen ist und die ganze Welt empört ist. Wir wissen, dass es riskant ist, sich ihm entgegenzustellen, aber wenn nicht, wer dann?", so der wörtlich übersetzte Inhalt.

"Gerade ältere Menschen erhalten ihre Informationen über das Fernsehen. Und das ist in Russland staatlich", erzählt Spieweg weiter. "Man muss dort schon sehr gezielt nach objektiven Berichten im Internet suchen, um sich zu informieren."

Jacqueline Selma Spieweg liegt der Frieden am Herzen: "So möchte ich den Menschen Mut machen, die in Russland gegen den Krieg auf die Straße gehen." Am Dienstag hat sie zum Zeitpunkt unseres Interviews bereits 650 solche Friedensbotschaften in Form von Bewertungen nach Russland geschickt. Und sie wird weitermachen.

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