Afrikanische Schweinepest In der Region Landshut ist Vorsicht geboten

Die Afrikanische Schweinepest rückt näher an Bayern heran – Biosicherheitsmaßnahmen werden immer wichtiger. In solchen Containern können die Jäger im Landkreis die Nebenprodukte von geschossenen Wildschweinen sicher entsorgen. Sie gelten als Hauptüberträger der Afrikanischen Schweinepest. Foto: Landratsamt Landshut

Die Nachricht war ein herber Rückschlag, nachdem es bereits längere Zeit etwas ruhiger um die Afrikanische Schweinepest (ASP) geworden war: Der Fund eines infizierten Wildschweines in Sachsen, rund 150 Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt, wirkt sich auch auf die Region Landshut aus, teilt das Landratsamt mit.

Für einige Landkreise im Norden Bayerns hat das Landwirtschaftsministerium bereits besondere Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen erlassen und damit die nächste Stufe des ASP-Frühwarnsystems aktiviert.

Im Landkreis Landshut spielen mehrere Faktoren zusammen, die vor allem im Hinblick auf die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest problematisch sein können: Eine hohe Dichte an schweinehaltenden Betrieben im nördlichen Landkreis mit einer gleichzeitig hohen Schwarzwildpopulation, obgleich auch im südlichen Landkreis die Zahl der Wildschweine in der Vergangenheit angestiegen ist.

Auf den Ausbruch reagiert auch der internationale Markt für deutsches Schweinefleisch: Es drohen weitere Import-Verbote für Schweineprodukte aus ganz Deutschland. Gerade in der „schweinereichen“ Region Landshut wirkt dies geradezu wie ein „Schlag ins Gesicht“ für die Landwirte.

Trotz der leisen Hoffnung, dass die ASP nach ihrem ersten im Raum Brandenburg/Sachsen Mitte vergangenen Jahres nachhaltig eingedämmt worden sei, hat das Staatliche Veterinäramt Landshut weiter seine Anstrengungen in Sachen ASP-Prävention vorangetrieben. Denn am Tag X zählt jede Stunde, zumal im Landkreis Landshut – je nach Ausbruchsort – hunderte schweinehaltende Betriebe mit ihren insgesamt rund 450.000 Tieren betroffen sein könnten.

Für Menschen ungefährlich

Für den Menschen und für andere Tierarten ist die Krankheit völlig ungefährlich, er kann sich damit nicht anstecken. Doch vor allem für Haus-, Mast- und Zuchtschweine endet die Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest meist tödlich. Bei einer Infektion in einem Hausschweinbestand wären Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung anzuwenden, was auch die massenhafte Keulung der Tiere im infizierten Bestand bedeutet.

So haben die Veterinäre stets den Kontakt zu den beteiligten Behörden, aber auch zu den Vertretern von Jagd und Bauernschaft gehalten und sich in ein bayernweites Bündnis der Veterinärämter integriert. Zuvor hat Veterinäramt Landshut bereits frühzeitig in großen Übungsszenarien geprobt, was im Ausbruchsfall zu veranlassen ist und die verschiedenen Akteure behörden- und branchenübergreifend an einen Tisch gebracht.

Aber auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema nimmt großen Stellenwert ein: Es wurden Kampagnen unterstützt, um die Ansteckungsgefahr durch sorgsames Verhalten mit Speiseresten zu reduzieren, den Tierhaltern wurden aktuelle Checklisten zur Schweinehaltungshygiene zur Verfügung gestellt und an den Rastplätzen der Kreisstraßen sind Abfalltonnen mit mehrsprachigen Warnschildern aufgestellt.

Einsatz von Drohnen

Auch die Regulierung des Schwarzwildbestandes ist eine wirksame Präventionsmethode, da die Wildschweindichte einer Region den Ausbruch maßgeblich beeinflusst. Dabei bewege sich die Schwarzwildbejagung im Landkreis Landshut auf Rekordniveau, wussten die Jäger zu berichten. Der Einsatz von Drohnen, um die Wildschweine zu lokalisieren, habe sich sehr bewährt: Denn die Erfahrung zeigt, dass es kaum möglich ist, die Tiere auf dem Ansitz zu erlegen.

Der Erfahrungsschatz der Jäger ist aber viel wert: Denn kaum jemand kennt die einzelnen Gebiete so gut wie die Revierpächter, weiß, wo die Wildschweine sich bevorzugt aufhalten, wo auch möglicherweise verendete Kadaver zu finden sind, die schnellstmöglich fachmännisch geborgen und untersucht werden müssen. Die sogenannte „Fallwildsuche“ gehört zu den Maßnahmen, die nach Feststellung eines Seuchenfalls zu ergreifen ist: Ortskundige Helfer kämmen ein bestimmtes Gebiet ab – und hier ist die breite Unterstützung der Jägerschaft unverzichtbar.

Denn ist ein Gebiet erst einmal betroffen, ist es ein langer Weg. Die Region gilt erst als ASP-frei, sobald zwölf Monate lang kein neuer positiver Fund erfolgt. Denkbar wäre aber auch, dass die Afrikanische Schweinepest „endemisch“ wird, quasi als gegeben akzeptiert wird und man lernt, damit umzugehen.

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