Mit einem Besuch in einem der größten äthiopischen Flüchtlingslager setzt CSU-Chef Markus Söder am Dienstag seine Afrikareise fort. Im Refugee Camp Nguenyyiel im Südwesten Äthiopiens leben offiziell mehr als 97.000 Menschen - die meisten geflohen vor dem Bürgerkrieg im Nachbarland Südsudan. In der Region Gambela gibt es nach Angaben der Deutschen Botschaft noch ein weiteres, etwa gleich großes Flüchtlingslager.

In der extrem heißen und trockenen Gambela leben rund 426.000 Flüchtlinge - bei nur rund 430.000 Einwohnern. Das Camp Nguenyyiel wurde 2016 eröffnet und wird vom UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) betreut. Äthiopien ist das zweitgrößte Aufnahmeland für Flüchtlinge in Afrika. Das Land beherbergt rund 905.000 registrierte Menschen überwiegend aus Südsudan, Somalia, Eritrea, Sudan und Jemen.

Bis Donnerstag ist Söder am Horn von Afrika zu Gast. Äthiopien gilt als eines der wichtigsten Länder Afrikas. Politisch wie wirtschaftlich verspricht es Chancen: Der ostafrikanische Staat mit 100 Millionen Einwohnern weist ein rasantes Wirtschaftswachstum auf und hat großen Einfluss auf Migrationsströme. Zudem erlebt das Land einen raschen demokratischen Wandel, der es zum Stabilitätsanker des Kontinents werden lässt.