ADAC-Staubilanz 2019 A3 ist Stau-Spitzenreiter in ganz Deutschland

Ob mit dem Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln: Immer mehr Menschen pendeln zur Arbeit. Foto: Oliver Berg/dpa/dpa

Der ADAC hat am Mittwoch seine Stau-Statistik für das Jahr 2019 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass Anzahl und Gesamtlänge der Staus in Deutschland abgenommen haben – dafür dauern sie länger. Die bundesweite Stau-Autobahn Nummer eins verläuft quer durch Ostbayern. 

Die A3 von Passau Richtung Regensburg ist laut ADAC-Statistik Stau-Spitzenreiter in Deutschland: Insgesamt 3.220 Stunden oder umgerechnet 134 Tage mussten die Autofahrer hier ausharren. Hauptursache dafür sind laut ADAC die Kontrollen an der Grenze zu Österreich bei Pocking.

Platz zwei im südbayerischen Ranking nimmt ein Abschnitt der A9 Nürnberg-München zwischen Garching-Süd und dem Autobahnkreuz München-Nord ein. In diesem Bereich wurden 1.514 Stunden Stau gemessen. Den dritten Platz belegt die A96 Lindau-München zwischen der Anschlussstelle München-Laim bis zum Autobahnende München-Sendling. Dort ging 1.436 Stunden so gut wie nichts voran.

Während die Autofahrer im Abschnitt zwischen Passau und Regensburg am längsten standen, war der A3-Abschnitt am Grenzübergang Suben derjenige mit den meisten Staukilometern, wie diese Grafik zeigt:

Längster Stau 2019 auf der A8 Salzburg-München

Die größte durchgehende "Blechlawine" des vergangenen Jahrs verzeichnete der ADAC am 4. Januar 2019 auf der A8 Salzburg-München: Zwischen der Anschlussstelle Bernau am Chiemsee ging es bis zum Hofoldinger Forst kurz vor München auf 32 Kilometern über sechs Stunden nur noch "Stop-and-Go" voran. Nur wenig besser war die Situation am 6. Januar 2019 auf der A7 Ulm-Füssen im Bereich des Grenztunnels mit 25 Kilometern Stau. Am 28. Oktober 2019 herrschte auf der A93 zwischen dem Autobahnkreuz Inntal und dem Grenzübergang Kiefersfelden auf 25 Kilometern zeitweise kompletter Stillstand. Grund war hier laut ADAC-Angaben die Lkw-Blockabfertigung durch die österreichischen Behörden.

Am meisten Zeit haben die Autofahrer am 5. Januar 2019 verloren: An diesem Spitzentag standen die Autofahrer im Freistaat 656 Stunden im Stau. Am ersten Sommerferienwochenende von 1. auf 2. August wurden mit 4.072 Kilometern absolute Spitzenwerte bei den bayerischen Staulängen erreicht.

Anzahl und Länge der Staus nimmt ab – aber sie dauern länger

Wie aus der ADAC-Statistik weiter hervorgeht, nahm 2019 deutschlandweit die Zahl der gemeldeten Staus verglichen mit dem Vorjahr um 5 Prozent auf rund 708.500 ab. Auch die bundesweite Stau-Gesamtlänge lag mit etwa 1,5 Millionen Kilometern sieben Prozent unter dem Wert von 2018. Dafür mussten die Autofahrer aber deutlich länger im Stillstand ausharren: Die Gesamtdauer der Staus in Deutschland stieg um knapp 14 Prozent auf 521.000 Stunden. Der ADAC macht dafür vor allem die leicht gestiegene sogenannte "Fahrleistung", also den Durchschnitt der per Auto zurückgelegten Strecken in Deutschland, und die um etwa 20 Prozent gestiegene Zahl der Baustellen verantwortlich.

Nordrhein-Westfalen erneut deutscher Stau-Spitzenreiter

Im Negativ-Ranking der Bundesländer steht unverändert Nordrhein-Westfalen an der Spitze: 36 Prozent aller Staus entfallen auf Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland. Auf den Plätzen zwei und drei wie in den Vorjahren: Bayern mit 18 Prozent und Baden-Württemberg mit 11 Prozent. Somit kamen rund zwei Drittel aller Meldungen allein aus diesen drei Ländern.

ADAC fordert Prüfung der Grenzkontrollen und ÖPNV-Ausbau

Angesichts der Behinderungen forderte Alois Ortner, Senatsmitglied des ADAC Südbayern, dass die Grenzkontrollen auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden: „Dazu gehört zum Beispiel der Standort erst hinter der Ausfahrt Pocking. Die Kontrollen können so durch ein frühzeitiges Abfahren von der Autobahn ohne Weiteres umgangen werden." Halte man an den Grenzkontrollen fest, müsse alles dafür getan werden, dass die Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich gehalten werden, so Ortner weiter.

Der ADAC spricht sich laut Pressemitteilung ferner für den weiteren Ausbau des ÖPNV aus, um vor allem im Berufsverkehr Entlastung zu schaffen. Die Modernisierung der Schienensysteme im Nah- und Fernverkehr müsse konsequent vorangetrieben werden, um Kapazitäten und Zuverlässigkeit zu steigern. Ziel müsse es sein, mehr Autofahrer zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen.

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