Pflicht in manchen Bereichen Können FFP2-Masken wiederverwendet werden?

, aktualisiert am 12.01.2021 - 16:09 Uhr
FFP2 Masken sind in bestimmten Bereichen ab Montag in Bayern vorgeschrieben. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Friso Gentsch

Schutzmasken beschäftigen die Verbraucher im Rahmen der Pandemie-Eindämmung immer wieder. Neben der Community Maske, also einem einfachen Mund-Nasen-Schutz, gibt es auch sogenannte FFP2-Masken, die neben Fremd- auch Selbstschutz gewährleisten sollen.  

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Die Güteklasse einer Maske in puncto Sicherheit wird auf der FFP-Skala (Anm. d. Red: "Filtering Face Piece", also "Filternder Gesichtsschutz") gemessen. FFP-1 heißt quasi Alltagsschutz, FFP2 ist schon recht sicher, sitzt aber auch in der Regel recht stramm. FFP3 klingt in seinen Spezifikationen fast schon aseptisch, ist aber weniger alltagstauglich. 

So erscheint FFP2 auch abseits der beschlossenen Verpflichtung als guter Kompromiss für Menschen, die im Rahmen ihrer Berufsausübung viele Kontakte zu anderen Menschen haben. Lehrer, Verkäufer, manche Handwerker auch. Die FFP2-Masken werden teils zu stolzen Preisen gehandelt. Wer ein Exemplar ersteht, das manchmal jenseits der Fünf-Euro-Marke liegt, bekommt oftmals vom Apotheker den Hinweis, dass die Maske nicht waschbar sei. Sie müsse nach dem Gebrauch entsorgt werden.

Zu beachten ist: Viele FFP2-Masken sind nicht „aufbereitungsfähig“. Hersteller raten häufig selbst vom Waschen ab, weil sonst Komponenten ihrer Maske, die den Schutz gewährleisten, beschädigt werden könnten. Die Sorge treibt auch den Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner e.V. um. „Besonders bei den Herstellern, die erst kürzlich auf Masken umgesattelt haben, ist die Qualitätskontrolle oft noch ausbaufähig“, sagt eine Sprecherin des Verbands diplomatisch im Gespräch mit idowa: „Eine Zeitlang kam es darauf an, überhaupt zu produzieren, ohne jede Norm. Es machen derzeit sehr viele Firmen Masken, im In- und Ausland. Ich bin mir sicher, alle meinen es gut, aber gut gemeint ist halt nicht gut gemacht.“

Als Faustregel gelte: Wenn eine Maske ganz ohne Einnäher-Marke oder irgendein anderes Siegel kommt, ist Vorsicht geboten. Ware, die nicht zum Hersteller zurückverfolgt werden kann, sollten Bürger auf der Suche nach Masken tunlichst meiden. Hinter diesen Produkten können alle Arten von Trittbrettfahrern aus Nah und Fern stehen.

Wenn ein Etikett vorhanden ist, sollte es genau geprüft werden: „FFP2- und FFP3-Masken gelten in Zeiten der Corona-Pandemie als vergleichsweise sicherer Schutz. Die Masken sind allerdings auch teuer, wenn man bedenkt, dass sie prinzipiell für den einmaligen Gebrauch hergestellt wurden“, schreibt ein großes deutsches Verbraucherportal. Nur wenige im Handel erhältliche Modelle seien als wiederverwendbar gekennzeichnet. Die meisten der FFP2-Masken sind tatsächlich OP-Ware, einmal auf und dann in den Müll.

Das Robert Koch-Institut verweist bei FFP2-Masken auf die spezielle Handhabung, die nötig ist, um das gewünschte Sicherheitsniveau, also Fremd- und Selbstschutz, zu erzielen: „Der Schutzeffekt der FFP2-Maske ist nur dann umfassend gewährleistet, wenn sie durchgehend und dicht sitzend getragen wird“, heißt es im offiziellen Corona-Leitfaden des Robert Koch-Instituts (RKI). 

Auch was den „Gebrauch“ betrifft, gibt das Robert Koch-Institut (RKI) Hinweise: „Gemäß Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt – in der Regel 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause – um die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand zu minimieren.“ 

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