Ab Mittwoch Corona-Krise: Schleswig-Holstein schließt für Touristen

Schleswig-Holstein macht die Grenzen für alle Touristen dicht. Foto: Frank Molter/dpa/dpa

500 Millionen Euro Nothilfeprogramm und ein komplettes Touristen-Verbot: Schleswig-Holstein verschärft noch einmal die Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. Bis 19. März müssen alle Touristen den Norden verlassen haben.

Kiel - Im Kampf gegen die Corona-Epidemie wird Schleswig-Holstein zur touristenfreien Zone.

Neben einem 500-Millionen-Euro schweren Nothilfeprogramm zur Abfederung wirtschaftlicher Folgen beschloss die CDU-geführte Landesregierung weitere drastische Einschränkungen des Alltagslebens im Norden. Betroffen sind vor allem der Tourismus, Restaurants und der Einzelhandel. "Mein Eindruck ist, dass die Menschen in Schleswig-Holstein viel Verständnis für die Entscheidungen haben", sagte Günther am Dienstag nach Beratungen seines Kabinetts.

Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus dürfen Touristen Schleswig-Holstein ab Mittwoch nicht mehr betreten. "Reisen aus touristischem Anlass in das Gebiet des Landes Schleswig-Holstein werden ab morgen untersagt. Das kann kontrolliert und ordnungsrechtlich durchgesetzt werden", sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). Der Tourismus werde auf Null gebracht. Möglich ist nur noch die Anreise aus anderen privaten oder beruflichen Gründen.

Alle Beherbergungsbetriebe, Campingplätze und Jachthäfen für touristische Zwecke werden ab Mittwoch geschlossen. Die Abreise von Touristen müsse bis zum Donnerstag erfolgen. Auch der Tagestourismus findet nicht mehr statt. Entsprechende Regelungen werden laut Buchholz gemeinsam mit Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg gebracht. "Das heißt, dass sich Hamburgerinnen und Hamburger bitte nicht auf den Weg an die Nordsee, Ostsee und auch nicht an die Binnenseen machen", sagte Buchholz.

Restaurants müssen ab Mittwoch im Norden geschlossen werden. Erlaubt ist ab dann nur noch der Außer-Haus-Verkauf. "Das heißt auf Bestellung", sagte Günther. Lieferservices seien ebenfalls nicht betroffen. Weil Cafés und Restaurants noch geöffnet seien, gebe es "halt überall im Land eine hohe Frequentierung von Menschen. Und nur damit allen klar ist, warum wir das machen: Genau das soll nirgendwo mehr stattfinden." Ziel sei es, das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Ein weiterer Kabinettsbeschluss ist das Nothilfeprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro. Es solle unter anderem existenziell gefährdeten Unternehmen helfen, kündigte Günther an. Die Regierung wolle das Nothilfeprogramm möglichst erst dann ausgestalten, wenn der Bund seine Hilfsprogramme beschlossen habe. Dann könne entschieden werden, welche Personengruppen bedacht werden.

 

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