Rettungskräfte haben seit längerem nach Unfällen auf Autobahnen nicht nur mit Gaffern zu kämpfen. Auch der Begriff Rettungsgasse scheint für viele ein Fremdwort zu sein. Den Vogel abgeschossen hat nun aber ein Autofahrer aus Holland auf der A3 bei Hengersberg (Kreis Deggendorf).

Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem es auf der Autobahn A3 in Ostbayern nicht scheppert. Obendrein etliche Baustellen, und fertig ist das Verkehrschaos. Auch gestern Vormittag staute sich der Verkehr im Baustellenbereich bei Hengersberg in Richtung Regensburg kilometerlang. Positiv: alle Verkehrsteilnehmer bildeten vorbildlich eine Rettungsgasse und wichen nach links, beziehungsweise nach rechts aus. Alle? Alle bis auf einen. Einem Autofahrer aus Holland riss offenbar recht schnell der Geduldsfaden. Als die Verkehrsteilnehmer vor ihm plötzlich den Weg frei machten, wie dereinst Moses laut Bibel das Meer teilte, sah er seine Chance. Er drückte aufs Gaspedal und rauschte mitten durch die Rettungsgasse. Weit kam er allerdings nicht. Denn am Ende der Baustelle wartete schon eine Streife der Deggendorfer Verkehrspolizei auf ihn. 

Auf sein illegales Manöver angesprochen, antwortete der Holländer, er habe geglaubt, die Autobahn werde an dieser Stelle dreispurig und habe deshalb alle anderen überholt. Wieso er diese Idee exklusiv hatte, machte ihn offenbar nicht stutzig. Die Polizisten klärten ihn daraufhin darüber auf, was eine Rettungsgasse ist. Und damit diese Lektion auch Früchte trägt, musste er obendrein ein saftiges Bußgeld zahlen.