700 Gäste beim Neujahrsempfang Jahn Regensburg: Das ist das Motto für 2020

Christian Keller verkündete das Jahresmotto für 2020: Jahn sein. Foto: Fabian Roßmann

Beim Neujahrsempfang hat Geschäftsführer Christian Keller das Jahn-Motto für 2020 verkündet: Jahn sein.

Am Donnerstagabend wurde auch beim Fußball-Zweitligisten SSV Jahn Regensburg das Jahr 2020 offiziell eingeläutet. Über 700 Gäste, die meisten davon aus Politik und Wirtschaft, kamen zum Neujahrsempfang in die Regensburger Arena. "Wenn mir das vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt", scherzte Präsident Hans Rothammer. Bekanntlich liegen deutlich weniger glanzvolle Zeiten des Jahn noch nicht allzu lange zurück. "Diejenigen, die sich damals getraut hätten, wären durch die Hintertüre gekommen. Damals war der Jahn niemand, mit dem man sich zeigen wollte", führte Rothammer weiter aus. "Heute kann man sich mit dem Jahn zeigen."

In die Vergangenheit blickte auch Geschäftsführer Christian Keller, als er traditionell ein Jahresmotto ausrief. Dies lautet für 2020: Jahn sein. Er erinnerte an den Januar 2015. Der Jahn war abgeschlagenes Schlusslicht in der 3. Liga, wirtschaftlich sah es nicht gut aus und auch infrastrukturell fehlte vieles - die Geschäftsstelle befand sich in Containern, das Winter-Training fand auf fremden Kunstrasenplätzen statt. Und auch die Stimmung war "nicht super", wie Keller zurückhaltend formulierte.

Er könne sich noch gut an zwei Gespräche in dieser Zeit erinnern, erzählte Keller. In beiden sei dieselbe Aussage gefallen: "Wie sollen wir das hinkriegen? Irgendwie gibt es keine Hoffnung." Seine Antwort sei damals gewesen: "Wenn du etwas erreichen willst, dann ist nicht entscheidend, was du hast oder was du nicht hast. Entscheidend ist, was dir eine Sache wert ist. Was treibt dich an?" Dieser Antrieb sei schon damals gewesen: Botschafter für die Region sein. "Die Menschen sollen stolz auf den Club sein." Versprechen konnte Keller den Mitarbeitern nicht, dass es besser wird. "Aber ich war überzeugt, dass es aufwärts geht, wenn man wertebasiert arbeitet."

Werte als Grundlage

Werte, so Keller, seien immer der Ausgangspunkt, um Krisen zu überwinden und erfolgreiche Zeiten einzuleiten. In den vergangenen Jahren habe sich beim Jahn vieles verändert, aber eines nicht: Die Werte, für die der Jahn stehen will. Das Jahn-Motto soll nun einerseits daran erinnern, was die Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung war. Es soll aber auch als Richtungsvorgabe dienen, dass die Werte auch die Grundlage dafür sind, dass die Entwicklung weiter positiv ist.

"Erfolg beginnt mit Identifikation und Identität", so Keller. Dies müsse sowohl im Innen- als auch im Außenverhältnis gelebt werden. Die Marke Jahn solle in 2020 noch sicht- und erlebbarer sein, das "Jahn sein" solle noch mehr nach außen getragen werden. "Die Menschen sind das öffentliche Gut, das Profifußball ausmacht", sagte Keller. "Je mehr wir es schaffen, dass die Menschen stolz auf den Jahn sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es positiv weitergeht."

Im Jahr 2020 steht der Jahn "auf stabilen Beinen", sagte Hans Rothammer. Er könne aber auf noch stabileren stehen. Denn auch wenn sich der Umsatz in den vergangenen Jahren vervielfacht hat, so fehlt zum Zweitliga-Durchschnitt noch ein gutes Stück. "Wir haben den Anschluss geschafft, uns aber noch nicht etabliert", sagte Rothammer. Er stellte in seiner Rede auch die gesellschaftliche Funktion des Vereins einmal mehr in den Fokus, nannte den Jahn wie schon im Vorjahr "eine Insel gemeinsamer Emotionen". Ein Profiverein habe einen gesellschaftlichen Auftrag. "Sport und Fußball muss etwas sein, in dem sich alle wiederfinden." Und das soll beim Jahn auch im neuen Jahr so sein.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading