5.800 Stunden BRK: Vor allem auf dem Land fehlen Notärzte

Ein Notarzteinsatzfahrzeug. Foto: Stephan Jansen/dpa/Symbolbild Foto: dpa

In Bayern fehlen Notärzte, besonders auf dem Land. Zahlen einer internen Umfrage des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) haben ergeben, dass zwischen dem 1. Dezember 2019 und dem 6. Januar diesen Jahres in mehr als 5.800 Stunden Notärzte fehlten.

"Vor allem über die Weihnachtsfeiertage und an Neujahr war die Notarztversorgung problematisch", sagte BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi am Freitag in München. Der Sicherstellungsauftrag für die Notarztversorgung liegt in Bayern bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB).

Insbesondere ländliche Regionen, wo ohnehin Ärztemangel bestehe, sind laut BRK betroffen. Mit 1.010 Stunden fehlten im untersuchten Zeitraum die meisten Notärzte im oberfränkischen Kronach, gefolgt von Neustadt an der Aisch in Mittelfranken (549 Stunden) und dem niederbayerischen Kelheim (411 Stunden).

Trotzdem können sich Patienten laut BRK darauf verlassen, dass bei einem medizinischen Notfall innerhalb von zwölf Minuten ein Rettungswagen-Team vor Ort ist - nur teilweise eben ohne Notarzt. Notfallsanitäter seien dazu ausgebildet, medizinische Maßnahmen zur Versorgung der Patienten durchzuführen, jedoch seien einige dieser Maßnahmen allein Ärzten vorbehalten. Notfallsanitäter begeben sich daher in rechtliche Grauzonen, wenn sie diese dennoch durchführen, sagte Taheri-Sohi.

"Wir wollen, dass der Notfallsanitäter das Gelernte zu Verbesserung des Zustandes der Patienten anwenden darf", so der BRK-Sprecher. Außerdem brauche es eine grundlegende Reform des Rettungsdienstes mit allen damit verbundenen Akteuren. So müssten unter anderem die Patientenströme besser verteilt werden, um unnötige Einsätze zu vermeiden.

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