3:3 gegen Osnabrück "Zu kopflos": Die Stimmen zum Jahn-Remis

Enttäuschung: Der SSV Jahn verspielte gegen Osnabrück eine zweimalige Zwei-Tore-Führung. Foto: dpa

Obwohl er zweimal mit zwei Toren geführt hatte, musste sich der SSV Jahn Regensburg am Freitagabend im Flutlichtspiel gegen den VfL Osnabrück mit einem 3:3-Unentschieden zufrieden geben. Lesen Sie hier die Stimmen der Akteure nach der Partie.

Marco Grüttner (Kapitän SSV Jahn Regensburg): "Wir haben uns nach dem Ausgleich mit dem Unentschieden nicht zufrieden geben wollen, weil wir eine sehr gute erste Halbzeit gespielt haben. Nach dem 2:0 beziehungsweise dem 3:1 darf man das Spiel einfach nicht mehr hergeben. Da haben wir es verpasst, weiter nach vorne zu spielen und die Räume zu nutzen, die Osnabrück uns zwangsläufig gegeben hat. Dann kriegen wir ein blödes 3:2 und letztlich muss man Osnabrück Respekt zollen dafür, dass sie nochmal alles gegeben haben. Deswegen müssen wir uns den Schuh heute selber anziehen, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben und müssen mit dem Punkt leben."

Sebastian Nachreiner (SSV Jahn Regensburg): "Der Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit ist schwer zu erklären. Es hätte keinen Grund gegeben, in der zweiten Halbzeit etwas anders zu machen als in den ersten 45 Minuten. Wir haben unsere eigenen Angriffe nicht mehr gut ausgespielt, haben teilweise ganz einfache Fehlpässe gespielt und die Rückwärtsbewegung war nicht mehr so gut. Wir haben nur noch wenig Zugriff auf das gegnerische Kombinationsspiel bekommen und es darf uns nicht passieren, dass sechs Spieler auf der letzten Verteidigungslinie stehen und im Rückraum kein einziger. Das ist dann auch zu kopflos, da muss man konzentriert bleiben, wissen, wie man sich positionieren muss und mehr miteinander reden. Das hat uns in der zweiten Halbzeit letztendlich gefehlt."

Marc Lais (SSV Jahn Regensburg): "Ich denke, wir haben das 2:1 zu früh gefangen. Dann haben wir eine gute Reaktion gezeigt und das 3:1 gemacht. Daraufhin haben wir das Spiel hergegeben, Osnabrück hat es dann auf einmal richtig gut gemacht und die Chancen genutzt. Wir waren nicht an den gegnerischen Spielern dran und es hat etwas die Kraft gefehlt. So kommt es, dass Osnabrück noch ausgleicht. Ich denke, dass ich es heute ordentlich gemacht habe und mich hat es riesig gefreut, dass ich die Chance bekommen habe zu spielen. Es fehlt noch die Kraft für 90 Minuten und ich muss jetzt die Körner in den nächsten Spielen sammeln, dass ich wieder schnellstmöglich über die gesamte Spielzeit 100 Prozent geben kann."

Marcel Correia (SSV Jahn Regensburg): "Der Schiedsrichter hat mir und dem Trainer in der Halbzeit unmissverständlich klar gemacht, dass das nächste Foul Gelb-Rot ist. Deshalb wurde ich ausgewechselt. Am Schluss gehst du mit dem Punkt noch glücklich vom Platz, aber nach der ersten Halbzeit musst du das Spiel einfach gewinnen. Wir haben nach dem Seitenwechsel keine zweiten Bälle mehr bekommen, wir waren in der Abwehr weit auseinander und Osnabrück hat es daraufhin ordentlich gespielt. Der Rückraum darf bei den Gegentreffern nicht so verwaist sein. Wenn der Spieler den Ball zwölf Meter vor dem Tor noch annehmen kann, dann machst du etwas falsch. Uns hat definitiv die Cleverness gefehlt, Ruhe in das Spiel zu bekommen und Zeit von der Uhr zu nehmen."

Mersad Selimbegovic (Trainer SSV Jahn Regensburg): "Bei den Gegentoren haben wir alles andere als aggressiv verteidigt, da müssen wir cleverer sein. Das 3:1 hat uns beflügelt und wir wollten das 4:1 machen, haben dann aber vergessen, den Rückraum zu verteidigen. Der Ausgleichstreffer war unglücklich, weil Florian Heister am Boden liegt. Dann wurde es ein gefährliches Spiel für uns und es war schwer, das Tempo der ersten Halbzeit über die komplette Spielzeit zu halten. Der Ausgleich in letzter Sekunde am vergangenen Wochenende in Nürnberg hat sich wie ein Sieg angefühlt, heute fühlt sich das Unentschieden nicht wie eine Niederlage an. Jeder Punkt, den wir holen, ist Gold wert. Glückwunsch an Osnabrück zum Punktgewinn, wir machen einfach weiter."

Daniel Thioune (Trainer Vfl Osnabrück): "Ich habe heute zwei gänzlich unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Wir waren in der ersten Halbzeit kaum präsent und hatten in manchen Situationen auch viel Glück. Das 1:0 hätte man durchaus aggressiver verteidigen können, danach hatten wir kein Selbstvertrauen und keinen Mut mehr, um in das Spiel zurückzufinden. Auch das 2:0 war nicht gut verteidigt. In der Pause habe ich viele hängende Köpfe bei meinen Spielern gesehen, aber trotzdem die Motivation, hier noch etwas reißen zu können. Beim Anschlusstreffer haben wir dann gesehen, dass noch etwas geht. Dann kassieren wir das 3:1 und ab da begann ein neues Spiel. Wir waren fortan sehr passsicher, hatten gute Umschaltmomente und durch die Wechsel mehr Qualität im Spiel. Wenn man beide Halbzeiten betrachtet, ist es ein gerechtes Remis, für unsere Moral ist es ein großer Sieg. Das ist die Mannschaft, wie ich sie aus dem letzten Jahr in der 3. Liga kenne. Wenn man noch so zurückkommt, hat man mehr gewonnen als nur den einen Punkt."

 

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