28. Spieltag Volles Haus, drei Punkte - Union schon in Derby-Stimmung

Das Team von Union Berlin bedankt sich auf einer Ehrenrunde nach dem Sieg bei den Fans. Foto: Andreas Gora/dpa

Steffen Baumgart litt im T-Shirt mit. An seiner alten Profi-Wirkungsstätte gibt es als Trainer diesmal nichts zu holen. Schön für die Eisernen: Das Vorspiel fürs Derby lief bestens.

Die Eisernen gingen auf die Ehrenrunde und ließen sich von ihren Fans auf das brisante Hauptstadt-Derby einstimmen, der einstige Publikumsliebling Steffen Baumgart war dagegen bedient.

Der 1. FC Union Berlin hat sein Kruse-Tief vorerst überwunden, Leidtragender war zum Auftakt des 28. Spieltages der Fußball-Bundesliga Baumgart: Der Ex-Unioner kassierte als Coach mit dem 1. FC Köln am Freitagabend ein 0:1 (0:0) und damit auch einen Dämpfer im Kampf um das internationale Geschäft. Dank des zweiten Sieges - im achten Spiel - seit dem Weggang von Torjäger Max Kruse zogen die Unioner mit 41 Punkten in der Tabelle an Köln vorbei.

"Zwei Mannschaften mit einer Riesenmentalität"

"Verdient oder unverdient, die Diskussion führe ich nicht mehr. Fußball wird durch Tore entschieden. Wir haben den Fehler gemacht. Damit müssen wir leben. Wir müssen lernen, dass der Gegner tief steht. Da müssen wir Lösungen finden. Trotzdem muss man sagen, dass es schon ein bisschen eine Enttäuschung heute ist. Wir haben zu viele Geschenke insgesamt gemacht", monierte Baumgart. Glücklich war dagegen Berlins Christopher Trimmel: "Das Spiel war sehr hart, zwei Mannschaften mit einer Riesenmentalität. Man hat nach 15 Minuten schon gemerkt, dass derjenige das Spiel verliert, der den Fehler macht."

Und das waren die Kölner. Das einzige Tor fiel nach einem üblen Fehlpass von Ex-Nationalspieler Jonas Hector. Vor 22.012 Zuschauerinnen und Zuschauern im erstmals seit November wieder vollbesetzten Stadion An der Alten Försterei nutzte Taiwo Awoniyi in der 49. Minute die Gelegenheit zu seinem zwölften Saisontor. "So ein Fehler passiert einmal im Jahr", meinte Baumgart und Hector erklärte: "Ich will ihn zum Torwart zurückspielen und spiele ihn zu weit nach vorne."

Kampf und Leidenschaft prägten das Spiel

Abendspiel, Flutlicht, und endlich wieder ein volles Haus. Seit dem Derbysieg gegen die Hertha am 20. November mussten die Eisernen wegen der Corona-Beschränkungen, die seit Freitag in Berlin aufgehoben sind, auf ihr besonderes Stadion-Erlebnis warten. Entsprechend stimmungsvoll ging es zu, samt Pyrotechnik und frenetischer Unterstützung.

Und beinahe hätten die Köpenicker ihren Fans gleich einen Traumstart beschert. Doch nach einem feinen Pass von Sheraldo Becker nach 58 Sekunden versprang Awoniyi der Ball, sonst wäre der Nigerianer frei durch gewesen. Viele Chancen gab das Spiel nicht her. Becker aus spitzem Winkel (25.), dazu Rani Khedira mit einem Distanzschuss neben das Tor (35.) waren noch die besten Berliner Aktionen im ersten Durchgang.

Kampf und Leidenschaft prägten das Spiel, was FC-Trainer Baumgart - natürlich im T-Shirt bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt - an der Seitenlinie wieder vorlebte. Für den beliebten Ex-Unioner war es ein besonderes Spiel, schließlich hat seine Familie in Köpenick noch ihren Lebensmittelpunkt. Seiner Kölner Mannschaft fehlte indes die Durchschlagskraft. Der kurzfristige Ausfall des erkrankten Torjägers Anthony Modeste machte sich bemerkbar, der FC agierte viel zu harmlos. Auch die beste Möglichkeit durch Jonas Hector ergab sich eher zufällig (39.).

Und Hector war es auch, der seine Mannschaft ins Hintertreffen brachte. Nach einem schlimmen Rückpass in die Füße von Awoniyi nahm der Stürmer das Geschenk dankend an und traf zur Führung. Mit seinem zwölften Saisontor stellte er damit den Bundesliga-Vereinsrekord vom jetzigen Kölner Sebastian Andersson aus der Saison 2019/20 ein. Der Schwede im FC-Trikot stand indes an alter Wirkungsstelle auf verlorenem Posten. Aber auch von seinen Kollegen gab es kein Aufbäumen mehr, so war die achte Saisonniederlage unumgänglich.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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