250.000 Kubikmeter Eis drohen Sorge um Absturz des "kranken" Gletschers am Mont Blanc

Teile des gewaltigen Planpinceux-Gletschers am Mont Blanc drohen auf italienischer Seite wegen steigender Temperaturen abzustürzen. Foto: Comune di Courmayeur/Fondazione Montagna Sicura/AP/dpa

Der Planpinceux-Gletscher am Mont Blanc bewegt sich derzeit pro Tag rund 35 Zentimeter. Den Bewohnern von Courmayeur droht deshalb eine unvorstellbare Katastrophe: 250.000 Kubikmeter Eis könnten sich lösen und abstürzen.

Rom - Die Sorgen um einen gefährdeten Gletscher am Mont Blanc wachsen. Auf italienischer Seite drohen wegen steigender Temperaturen Teile des Planpinceux-Gletschers abzustürzen, weshalb die Gemeinde Courmayeur zwei Straßen gesperrt hatte.

"Die Nachricht von einem Gletscher auf italienischer Seite des Mont Blancs (...), der einzubrechen droht, ist ein Alarm, der uns nicht unbekümmert lassen darf, (...) er sollte uns alle aufrütteln", sagte Premierminister Giuseppe Conte bei der UN-Vollversammlung in New York am Dienstag (Ortszeit).

Italienische Medien berichteten am Mittwoch von Einbrüchen begleitet von einem Donnern. An dem Gletscher soll nun ein Radar zur Überwachung angebracht werden. Dabei soll mit Fotos die Bewegung der Eismassen beobachtet werden. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, könnten rund 250.000 Kubikmeter Eis abbrechen.

Der Gletscher bewege sich pro Tag rund 35 Zentimeter, sagte der Experte Fabrizio Troilo von der Bergorganisation Fondazione Montagna Sicura der Zeitung "La Stampa". "Die Dynamik der letzten Tage hat den Alarm über ein bevorstehendes Risiko ausgelöst. Die Hoffnung ist, dass kältere Temperaturen das Abrutschen verlangsamen."

Der Grund dafür, dass Eismassen in den Alpen in Gefahr sind, seien "ohne irgendeinen Zweifel" die steigenden Temperaturen, sagte der Gletscherforscher Renato Colucci vom Istituto di Scienze Marine del Consiglio Nazionale delle Ricerche der Nachrichtenagentur Adnkronos.

Der Mont Blanc ist mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen und steht auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Die Region ist bei Touristen außerordentlich beliebt.

 

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